Ärzte Zeitung, 29.07.2005

PET liefert bei vielen Tumoren genaue Diagnosen

DNA-Marker für Unterscheidung zwischen Tumor und Entzündung / Gesetzliche Krankenkassen zahlen Kosten nicht

Ganzkörper PET-Bild: In der linken Lunge markiert sich ein Karzinom. Fotos: Abt. f. Nuklearmedizin, MHH
Axiales PET-Schnittbild: Der schwarze Fleck ist der Tumor.

Axiales CT-Bild. Der Tumor liegt dorsal und nahe des Herzens und der Aorta.

PET-CT: Das Karzinom (gelb) grenzt sich gut von den umgebenden Geweben ab.

BARCELONA (rom). Nicht für alle Tumoren haben sich die in die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) gesteckten Erwartungen erfüllt. Doch gerade bei Bronchialtumoren stellt die PET eine echte Bereicherung dar. Etabliert ist die PET auch zur Unterscheidung zwischen benignen und malignen Lymphknoten. Ein DNA-Baustein als Marker weist Tumorproliferationen nach.

Dieses Resümee zog Professor Johan Vansteenkiste von der Universität Leuven in den Niederlanden beim Welt-Lungenkrebs-Kongreß in Barcelona.

Die herkömmliche PET-Technik mit dem radioaktiven Tracer 18-FDG (18-Fluorodeoxyglukose) stoße aber bei einer Tumor- oder Metastasengröße von etwa 1 cm an ihre untere Sensitivitätsgrenze.

Bislang wird die Sensitivität der PET bei Lymphknoten mit 96 Prozent und die Spezifität mit 78 Prozent angegeben - Werte, die sich nach Angaben von Vansteenkiste mit dem Tracer FLT (Fluorothymidin ) verbessern lassen.

Im Unterschied zu FDG, mit der sich der intensive Zuckerstoffwechsel etwa in Tumoren nachweisen läßt, ist FLT ein modifizierter DNA-Baustein. FLT dient als Marker für die Tumorproliferation und reichert sich - anders als FDG - nicht in entzündlichen Herden an.

Außer bei der Diagnose gibt die PET auch beim Staging Hilfestellung, etwa wenn es darum geht, bislang nicht entdeckte Tumoren oder Metastasen zu finden. Für mediastinale Lymphknoten liegen Sensitivität und Spezifität bei 89 und 92 Prozent. Zum Vergleich nannte Vansteenkiste die Werte für CT: Diese lägen bei 65 und 80 Prozent.

Inzwischen geht der Trend bei der PET hin zu quantitativen Untersuchungen. Auf diese Weise lassen sich auch Aussagen über das therapeutische Ansprechen sowie zur Prognose treffen. Allerdings gibt es Probleme bei der Standardisierung, so daß sich die Arbeiten verschiedener Zentren nur schwer vergleichen lassen.

Ein noch besseres Staging als mit PET allein läßt sich mit Apparaten vornehmen, die zusätzlich CT-gekoppelt sind. Bei Atelektasen sowie fortgeschrittenen Tumoren (Stadium T3 und T4) ist die PET / CT der alleinigen PET überlegen.

Darauf wies Dr. Cristina Gamez vom PET-Zentrum des Bellvitge-Hospitals Barcelona hin. Zu den Indikationen für der PET / CT gehört auch eine Millimeter-genaue Lokalisierung des Tumors, etwa vor Strahlentherapien.

Die Kosten für ambulante PET und PET / CT werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Eine PET kostet um 1000 Euro.

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