Ärzte Zeitung, 17.10.2005

Krebskranke profitieren von Wachstumsfaktoren

Unterstützende Behandlung mit G-CSF / 90 Prozent weniger Neutropenien / Eine Injektion pro Zyklus reicht aus

MÜNCHEN (wst). Unterstützende Therapien, die dafür sorgen, daß Chemotherapien besser vertragen werden, sind essentiell, wenn etwa die Dosis reduziert werden muß. Bei myelotoxischen Chemotherapien profitieren Patienten vor allem von Granulozytenkolonie-stimulierenden Faktoren (G-CSF).

Nur einmal pro Chemotherapie-Zyklus notwendige Formulierungen solcher Zellwachstumsfaktoren haben den Aufwand für Patienten und Ärzte deutlich vereinfacht und lassen auf eine breitere Anwendung dieser unterstützenden Maßnahme hoffen.

Das hat Privatdozent Dr. Christian Jackisch von der Abteilung für Gynäkologie und Onkologie des Universitätsklinikums Gießen-Marburg auf einer Veranstaltung des Unternehmens Amgen in München betont.

Wie der Onkologe berichtete, nimmt mit jedem Chemotherapiezyklus der Anteil der Patienten ab, die zeitgerecht die komplette Zytostatikadosis erhalten. Solche Dosisreduktionen und Terminverzögerungen gebe aber dem Tumor Zeit, sich zu erholen und weiter zu wachsen, warnte Jackisch.

Chemotherapien, die das Knochenmark schädigen, sind ein häufiger Grund für die Reduktion der Dosis und für die Verschiebungen von Zyklen die ausgeprägten bis hin zu febrilen Neutropenien, die eine intensivmedizinische Betreuung erfordern. Durch die rechtzeitige Anwendung von G-CSF lassen sich diese Komplikationen aber um mehr als 90 Prozent vermindern, betonte Jackisch.

Er stützte sich dabei auf die Ergebnisse mehrerer Studien, die dies belegten (J Clin Oncol 23, 2005, 1178). Von einer solchen unterstützenden Prophylaxe profitieren die Patienten nicht nur medizinisch, sondern oft auch durch Verringerung der Kosten, weil die Dauer der stationären Behandlung verkürzt wird.

Mit dem Wachstumsfaktor G-CSF Pegfilgrastim, von dem Unternehmen als Neulasta® in einer Fertigspritze angeboten, reicht pro Chemotherapiezyklus eine einzige subkutane Injektion der Fixdosis von 6 mg als unterstützende Behandlung aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »