Ärzte Zeitung, 24.10.2005

NEUE BÜCHER

Was bringt die Früherkennung?

Heilen ist gut - vorbeugen ist besser. Mit der Vorbeugung gegen Krankheiten verbinden sich große Hoffnungen: daß Menschen länger gesund bleiben, daß am Ende die Volkswirtschaft gar Kosten sparen könnte. Vorbeugung ist daher politisch korrekt und wird entsprechend propagiert.

Doch wie gesichert ist eigentlich all das, was da versprochen wird, vor allem bei der Früherkennung von Krebs?

Die Stiftung Warentest hat jetzt den Versuch unternommen, die angebotenen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen für Laien verständlich auf ihre Aussagefähigkeit und ihren medizinischen Effekt zu erklären.

Denn das Problem nahezu aller Früherkennungsuntersuchungen sei, daß sie selten eindeutige Ergebnisse lieferten; sowohl falsch positive Befunde, die beim Patienten zumindest unnötige Besorgnis, im schlimmsten Fall Überdiagnostik und Übertherapie auslösen können, als auch falsch negative Befunde, die den Patienten in falscher Sicherheit wiegen, können Folgen der Früherkennung sein.

Von daher changieren die Bewertungen der Tests von geeignet über wenig geeignet bis nicht geeignet. Ziemlich detailliert werden Aussagekraft und Risiken eines Tests sowie mögliche therapeutische Schlußfolgerungen dargelegt; auf dieser Basis kann sich der Leser ein eigenes Urteil bilden.

Insofern ist das Buch (Autor: Klaus Koch, Schlußgutachter: Professor Jürgen Windeler vom Medizinischen Dienst der GKV-Spitzenverbände) eine unaufgeregte Sachaufklärung für all jene, die sich um ihre Gesundheit sorgen. (HL)

Stiftung Warentest (Hrsg.): Untersuchung zur Früherkennung Krebs, Autor: Klaus Koch; Schlußgutachter: Professor Jürgen Windeler, Medizinischer Dienst der GKV-Spitzenverbände; ISBN 3-937880-07-0, Preis 19.,90 Euro.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »