Forschung und Praxis, 02.05.2006

Misteltherapie soll Immunsystem unterstützen

Foto: Okapia

Eine Misteltherapie soll als komplementäres Therapieverfahren die unerwünschten Wirkungen einer Krebstherapie lindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Allerdings ist die Wirkung bislang wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Für Professor Franz Porzsolt aus Ulm ein Anlaß, das Konzept der randomisierten, kontrollierten Studie als einzig gültiges Nachweiskriterium zu überdenken.

"Ich halte es nicht für richtig, sich nur auf randomisierte Studien zu stützen", so Porzsolt bei der von Weleda organisierten Pressekonferenz in Berlin. Bisher werde aber ein anderes Studiendesign, das zum Nachweis einer lebensverlängernden Wirksamkeit von Mistelextrakten nötig sei, wissenschaftlich nicht akzeptiert, bedauerte Porzsolt.

Bei der Misteltherapie injizieren sich die Patienten zwei- bis dreimal wöchentlich einen Extrakt aus Mistelzweigen, -blättern und -beeren. Zusätzlich können noch Metallsalze in homöopathischer Verdünnung enthalten sein, etwa in dem Mistelextrakt Iscador®.

Eine Nebenwirkung der Injektion dient zugleich der Dosisfindung: Rötet sich die Haut um die Injektionsstelle, zeigt das die Reaktion des Immunsystems und somit die richtige Dosierung an. Durch die Modulation des Immunsystems sowie eine zytotoxische Wirkung soll die Misteltherapie die unerwünschten Wirkungen einer Krebstherapie vermindern, die Tumorprogression stoppen und vor Rezidiven schützen. (sko)

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