Ärzte Zeitung, 08.03.2007

Trinknahrung ist bei Mangelernährten verordnungsfähig

Krebspatienten, die ihr Körpergewicht halten, vertragen Chemotherapie viel besser / Bei Schluckstörungen helfen Dickungsmittel

DÜSSELDORF (grue). Krebskranke sollten versuchen, ihr Körpergewicht zu halten. Sie vertragen dann eine Chemo- oder Strahlentherapie besser und müssen seltener in die Klinik.

Zur Ernährungsberatung von Krebspatienten gehört die Empfehlung, möglichst sechsmal am Tag zumindest eine Kleinigkeit zu essen. Foto: klaro

Eine Online-Befragung von 250 niedergelassenen Ärzten hat ergeben, dass mehr als die Hälfte von ihnen einen guten Ernährungszustand als wichtige oder sogar äußerst wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Krebstherapie ansieht.

Ein Viertel der befragten Internisten und ein Drittel der Onkologen verordneten ihren Patienten häufig Trinknahrung, um den Ernährungszustand vor, während oder nach einer Therapie zu verbessern. Das ist ein weiteres Ergebnis der TNS-Healthcare-Online-Studie. Allerdings wussten sechs und acht Prozent der Ärzte nicht, dass eine solche Zusatznahrung für mangelernährte Patienten verordnungsfähig ist.

"Untergewichtige Patienten können mit zwei Flaschen Trinknahrung täglich ihre Energiebilanz erheblich verbessern", sagte Ernährungsberaterin Monika Emich auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfrimmer Nutricia bei der 2. Offenen Krebs-Konferenz in Düsseldorf. Mit dieser Menge werden zum Beispiel bei Verwendung des Produktes Biosorb® 600 kcal aufgenommen: Das entspricht etwa einem Drittel des Energiebedarfs eines 60 kg schweren Patienten. Die Trinknahrung ist vollbilanziert und kann auch gefroren als Eis oder erhitzt quasi als Kakao verzehrt werden, wie Emich berichtete.

Im Übrigen rät die am Klinikum Saarbrücken tätige Ernährungsspezialistin untergewichtigen Patienten, möglichst sechsmal am Tag zumindest eine Kleinigkeit zu essen, und zwar immer wenn der Hunger kommt. Erlaubt ist alles was schmeckt, und auch ein Aperitif oder Pepsinwein vor dem Essen geht in Ordnung.

Um auf die empfohlene tägliche Kalorienmenge von 30 bis 35 kcal pro Kilogramm Körpergewicht zu kommen, kann das Essen energetisch aufgewertet werden. So hat ein Teller Tomatensuppe magere 80 kcal, aber mit einem Löffel Maltodextrin, etwas Eiweißpulver und einem Schuss Sahne lässt sich die Energieausbeute verdreifachen. "Am besten dazu noch kalorienreiche Getränke servieren!", sagte Emich.

Bei Kau- und Schluckstörungen sind Milchmixgetränke, Pudding, Eis und Kompott die Nahrungsmittel der Wahl. Die Konsistenz der Speisen kann mit Dickungsmitteln wie Quick & Dick (in Apotheken erhältlich) angepasst werden. Eine Alternative sind vollbilanzierte Diäten mit cremiger Konsistenz, etwa Forticreme® complete mit 200 kcal und 12 g Eiweiß pro 125-g-Becher.

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