Ärzte Zeitung, 20.06.2007

Urintest zur Diagnostik bei Blasenkarzinom

Bei Blasenkrebs macht das Fehlen von Frühsymptomen die Diagnostik schwierig. Zum Zeitpunkt der Diagnose infiltriert der Tumor bereits bei knapp 30 Prozent der Patienten in Muskelschichten. Die Prognose ist daher schlecht. Seit einigen Jahren gibt es zur Früherkennung einen einfachen Labortest. Damit wird das tumorassoziierte nukleäre Matrixprotein 22 (NMP 22) im Urin bestimmt.

Der Test eignet sich sowohl zur primären Früherkennung von Blasentumoren als auch zur Nachsorge. In den USA ist er auch zur Diagnose bei Harnblasenkarzinom zugelassen. Es können damit auch kleine Tumoren erkannt werden, die der Urologe etwa bei einer Blasenspiegelung nicht sehen kann. Der Patient muss dazu eine Urinprobe abgeben, die mit einem Stabilisator haltbar gemacht wird.

EBM-Abrechnung: Der Test ist weder im EBM noch in den Richtlinien zur Krebsfrüherkennung der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten. Er kann als IGeL angeboten werden.

GOÄ-Abrechnung: Abgerechnet wird zum 1,15-fachen Satz der GOÄ-Ziffer 3911 (31,16 Euro). Dazu kommt eine Beratungsgebühr für den behandelnden Arzt zum 2,3-fachen Satz der GOÄ-Ziffer 1 (10,72 Euro) oder der GOÄ-Ziffer 3 (20,11 Euro). Sie kann für jede Beratung angesetzt werden. Zusätzlich lässt sich unter Umständen eine Transportgebühr von 4,50 Euro nach Paragraf 10 GOÄ berechnen.

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