Ärzte Zeitung, 31.03.2008

Maligne? Spezial-Sono schafft Klarheit

Kontrastmittelgestützte Methode zur Differenzierung etwa bei Leberherden  / Zusatzinfos auch mit Elastografie

LUDWIGSHAFEN (sir). Kontrastmittel oder die simple Messung unterschiedlicher Verformbarkeit erweitern die Möglichkeiten des herkömmlichen Ultraschalls enorm. Mithilfe des kontrastmittelgestützten Ultraschalls (contrast-enhanced ultrasound, CEUS) und der Elastografie können zum Beispiel Lebertumoren differenziert werden.

Die Sonografie ist der Computertomografie und Magnetresonanztomografie in vielen Bereichen ebenbürtig - besonders, wenn ein paar Extras genutzt werden. So etwa der CEUS, der sich zum Beispiel gut zur Differenzialdiagnose bei Lebertumoren eignet. "Dabei wird die unterschiedliche Ausstattung der Gewebe mit Blutgefäßen, vor allem mit portalvenösen Gefäßen, ausgenutzt", sagte Professor Christoph F. Dietrich aus Bad Mergentheim.

So habe das potenziell maligne hepato-zelluläre Adenom praktisch keine Durchblutung in der portalvenösen Phase. Eine normalerweise benigne fokal-noduläre Hyperplasie (FNH) dagegen verfüge über portalvenöse Gefäße, "wenn auch atypische." Darauf wies Dietrich in Ludwigshafen beim von Dr. Falk Pharma unterstützten "Rhein-Neckar-Forum für Gastroenterologie und Hepatologie" hin. Bei einem Hämangiom lassen sich nach seinen Angaben mit CEUS charakteristische, von dem Tumor ausgehende arterio-portalvenöse Shunts darstellen. Und: Derzeit werden spezielle quantitative CEUS-Methoden evaluiert.

"Bei der Sono-Elastografie wird die Eigenschaft verschiedener Gewebe genutzt, auf Verformung unterschiedlich zu reagieren", sagte Dietrich. "Der Druck wird manuell mit dem Ultraschallkopf ausgeübt, oder es werden vorhandene mechanische Prozesse wie der Herzschlag ausgenutzt." Das Ultraschall-Echo wird gemessen, wenn sich das Gewebe nach ausgeübtem Druck wieder entspannt, und in Echtzeit farblich differenziert dargestellt: "Rot für Gewebe, das weicher als die Umgebung ist, Blau für härteres Gewebe, Gelb und Grün für mittlere Härte", erläuterte Dietrich. So ließe sich zum Beispiel der maligne infiltrierte Bereich für die Punktion eines Lymphknotens millimetergenau vorherbestimmen.

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