Ärzte Zeitung online, 07.07.2008

Verteidigung will weitere Zeugen im Prozess um Krebswundermittel

KASSEL (dpa). Im Mammutverfahren um das "Krebswundermittel" Galavit droht eine neue Verzögerung. Unmittelbar vor den Schlussplädoyers beantragte die Verteidigung am Montag vor dem Kasseler Landgericht die Ladung von mehr als 2000 Zeugen.

Bislang wurden bereits gut 160 Zeugen und Dutzende Sachverständige gehört. Sollte dem Antrag, über den noch am Montag entschieden werden sollte, stattgegeben werden, würde sich der Prozess um Monate, vermutlich sogar Jahre verlängern.

Den fünf Angeklagten wird Betrug und Wucher vorgeworfen. Sie sollen russische Aufbaupräparat Galavit vom Sommer 2000 an in einer Klinik in Nordhessen überteuert und wirkungslos todkranken Krebspatienten verabreicht haben. Die Angeklagten sollen den Kranken 16 800 Mark (etwa 8500 Euro) berechnet haben - das 26-fache des eigentlichen Preises. Fast alle der mehr als 150 behandelten Patienten sind gestorben. Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche siebeneinhalb Jahre Haft für den mutmaßlichen Kopf der Gruppe und sechs Jahre für den beteiligten Arzt gefordert.

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