Ärzte Zeitung online, 19.08.2008

Krebstherapie mit Schwerionen - Zentrum geht bald in Betrieb

HEIDELBERG (eb). Das Heidelberger Ionenstrahl-Therapie-Zentrum (HIT) zur Behandlung von krebskranken Patienten am Universitätsklinikum Heidelberg wird voraussichtlich im Dezember 2008 seinen Betrieb aufnehmen.

Wie das Universitätsklinikum Heidelberg mitteilt, laufen derzeit intensive Vorbereitungen, um die ersten Patienten zum Jahresende bestrahlen zu können. Die Beschleunigeranlagen sind bereits seit 2007 in Betrieb. Die Medizintechnik ist ebenfalls komplett installiert; nun fehlt noch die Abstimmung sämtlicher Anlagenteile. Im HIT sollen künftig jährlich etwa 1 300 Patienten bestrahlt werden.

"Derzeit können die laufenden Betriebs- und Personalkosten für die Anlage, die dem Universitätsklinikum Heidelberg als Betreiber entstehen, noch durch das Projektbudget von 106 Millionen Euro gedeckt werden", so die Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg Irmtraut Gürkan.

Das Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Zentrum (HIT) ist die weltweit erste Anlage, in der mit verschiedenen Ionen - Protonen und schweren Kohlenstoff-Ionen - bestrahlt werden kann. Sie wird von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Heidelberg unter Leitung von Professor Jürgen Debus betrieben. Bis Juli 2008 hat die Klinik Tumorpatienten mit Ionenstrahlung bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI in Darmstadt behandelt.

Die Effektivität des Bestrahlungsverfahrens ist bei Patienten mit seltenen inoperablen Schädelbasis- und Hirntumoren sowie bei Weichteilsarkomen bereits nachgewiesen. In klinischer Studien wird das Verfahren nun bei häufigeren bösartigen Tumoren wie Prostata- und Lungenkrebs und bei Kindern mit Tumoren erprobt.

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