Ärzte Zeitung, 17.11.2008

Fortschritt bei Arzneimitteln zur Prävention

BERLIN (ars). Medikamente, die Krankheiten verhindern, werden noch zu wenig genutzt. So könnten nach Ansicht von Professor Harald zur Hausen mit zugelassenen Präparaten 16 Prozent der global auftretenden Krebserkrankungen vermieden werden.

Gelänge es, weitere infektiöse Ursachen für Tumoren zu finden, eröffneten sich neue Ansätze in der Prävention, sagte der Nobelpreisträger auf einem Symposium der Paul-Martini-Stiftung. Auch das Risiko von Prostatakrebs - der nicht infektiös ist - könnten künftige Medikamente senken. So lasse sich durch Hemmung der Enzyme-5-α-Reduktase Typ 1 und 2 die Vermehrung von Krebszellen hemmen. Ein Präparat befinde sich in Erprobung, so eine Mitteilung der Stiftung, die vom Verband forschender Arzneimittelhersteller getragen wird.

Weiterhin werde nach Wirkstoffen gesucht, die dem Typ-1-Diabetes bei Kindern vorbeugen. Bisher sei nur für Ciclosporin erwiesen, dass es die Autoimmunkrankheit aufhält. Als Therapie kommt es wegen seiner Nebenwirkungen allerdings nicht in Frage. Immerhin besteht die Aussicht, dass Nahrungsmittel wie Fischöl und hydrolysierte Kuhmilch das Erkrankungsrisiko senken. Auch auf anderen Gebieten der Prävention zeichnen sich Erfolge ab. Schon bis 2012 könnten Vakzine gegen Malaria, Herpes zoster oder Meningitis zugelassen werden.

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