Ärzte Zeitung, 21.11.2008

Auch Hämatologen und Onkologen sollen ans Register melden

KÖLN (iss). In der ersten Hälfte des Jahres 2009 will das Epidemiologische Krebsregister Nordrhein-Westfalen die niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in die Meldung von Krebserkrankungen einbeziehen.

"Wir haben bereits erste Kontakte mit dem Berufsverband", berichtet Dr. Klaus Kraywinkel von der Abteilung Epidemiologie des Krebsregisters in Münster. Das seit 1986 in der Region Münster aktive Register wird seit Mitte 2005 zu einem flächendeckenden Register für das bevölkerungsreichste Bundesland ausgebaut.

2005 wurde auch die gesetzliche Meldepflicht für alle neu auftretenden Krebserkrankungen eingeführt. Bislang sind in Münster rund 700 000 Meldungen eingegangen, die etwa 230 000 Tumorerkrankungen entsprechen, berichtet Kraywinkel.

Die Meldung an das Register folgt ausschließlich auf elektronischem Weg - genau dort liegt die Schwierigkeit bei der Einbindung der Niedergelassenen. Der Markt für Praxissoftware ist zersplittert, die Systeme sind nicht kompatibel. Außerdem stünden viele Ärzte der elektronischen Vernetzung ihrer Praxis und dem Versenden von Daten skeptisch gegenüber, sagt er.

Das Register habe jetzt eine Software-Lösung gefunden, die für die Ärzte die Datenerfassung möglichst einfach gestaltet. Als erste Fachgruppe werden zurzeit die Dermatologen ausgestattet.

Topics
Schlagworte
Krebs (10409)
Onkologie (7917)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »