Ärzte Zeitung online, 11.12.2008

Wissenschaftler decken Mechanismus zur Chemotherapie-Resistenz auf

MAINZ (dpa). Ein Team von Mainzer Wissenschaftlern hat einen Mechanismus identifiziert, mit dem sich Krebszellen gegen Chemotherapeutika wehren. Bei dieser Chemotherapie-Resistenz spielten sowohl der Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) als auch das Eiweiß Survivin eine Rolle.

Das Stickstoffmonoxid leitet die Bildung des Survivin ein. Der Name Survivin ist von dem englischen Verb "to survive" - zu deutsch "überleben" - abgeleitet. Es schützt die Krebszellen gegen den Angriff von Chemotherapeutika und Strahlentherapie, indem es den programmierten Zelltod der Krebszellen verhindert und ein Überlebensprogramm aktiviert (International Journal of Cancer, online vorab).

Das Eiweiß wurde von den Forschern erst kürzlich als einer der zentralen Faktoren identifiziert, welcher für Rückfälle und Therapieresistenz bei Tumoren der Kopf-Hals-Region wichtig ist. Werde die Bildung des Survivins geblockt, könnten Tumorzellen effizient in den Zelltod getrieben werden, teilte die Uni-Klinik Mainz mit. Diese Methode werde bereits an Krebszellen in Zellkulturen getestet.

"Dieses neuartige molekulare Verständnis der Abwehrmechanismen von Krebszellen erlaubt es uns nun, diese Abwehrmechanismen gezielt anzugreifen", berichtet der Leiter der Abteilung Molekulare und Zelluläre Onkologie, Professor Roland Stauber, dessen Team für die Studie verantwortlich ist. In einer weiteren Studie hatten die Wissenschaftler bereits einen ähnlichen Mechanismus bei Eierstockkarzinomen entdeckt.

Dies lasse vermuten, dass es sich bei der "NO/Survivin-Achse" um ein übergeordnetes Prinzip handelt, das bei verschiedenen Krebsarten eine Rolle spielt. Die Ergebnisse wurden in einer Studie bei Kopf-Hals-Tumoren gefunden. Damit erhoffen sich die Forscher eine bessere Behandlung von Krebspatienten.

Jährlich erkrankten mindestens 10 000 Menschen an bösartigen Kopf-Hals-Tumoren. Trotz guter Behandlungserfolge durch Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie kommt bei einem Großteil dieser Patienten die Krankheit zurück.

Abstract der Studie "iNOS confers chemoresistance in head and neck cancer by modulating survivin"

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