Ärzte Zeitung online, 27.04.2009

Informationen zu Krebs schneller und besser

HEIDELBERG (dpa). Krebskranke Menschen in ganz Deutschland können sich künftig schneller und umfassender über Krankheit und Therapie informieren. Der entsprechende Informationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg wird ausgeweitet und künftig vom Bundesforschungsministerium finanziert.

Für das kommende Jahr seien 3,3 Millionen Euro eingeplant, teilte das Zentrum am Montag mit. "Es ist mir ein persönliches Anliegen, die Ergebnisse der Krebsforschung den Menschen in unserem Land unmittelbar zugänglich zu machen", begründete Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) die Unterstützung. Als Nationales Referenzzentrum für Krebsinformation soll die Einrichtung Bindeglied zwischen Praxis und Forschung sein.

Der Dienst soll helfen, wichtige Forschungsergebnisse schneller bundesweit bekannt zu machen. Dafür sei unter anderem auch eine Außenstelle geplant, die am Universitäts-Krebszentrum (UCC) in Dresden entstehen soll, hieß es vom Bundesforschungsministerium.

Mit dem Ausbau zum Referenzzentrum könne das bisherige Angebot deutlich erweitert werden, meinte KID-Leiter Dr. Hans-Joachim Gebest. Seinen Angaben zufolge sollen die telefonische Erreichbarkeit verbessert und Angaben im Internet deutlich erweitert werden. Bislang könnten jährlich etwa 30 000 Anfragen beantwortet werden. Künftig sollen - mit mehr Personal - pro Jahr 150 000 bis 200 000 Antworten gegeben werden können.

"Die Krebsmedizin nimmt eine stürmische Entwicklung und hat sich in den letzten Jahren zu einem hochkomplexen Feld entwickelt", erklärte der Vorstandschef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Otmar Wiestler. Die Behandlung von Krebserkrankungen werde dabei immer individueller. Die Patienten sollten darum als "gleichberechtigte Partner" gemeinsam mit den Ärzten über die Therapie entscheiden, die für sie am besten sei. "Hierfür benötigen sie fundiertes Wissen", betonte Wiestler. Dies solle der KID per Telefon oder Email in verständlicher und persönlicher Form bieten.

Der Dienst wurde  vor mehr als 20 Jahren gegründet. Er liefert kostenlos und neutral aktuelle Informationen zu Krebserkrankungen: per Telefon (gebührenfrei): 08 00 / 420 30 40, E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de oder auf www.krebsinformationsdienst.de

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