Ärzte Zeitung online, 14.05.2009

Neue Erkenntnis zur Cisplatin-Resistenz bei Eierstockkrebs

DÜSSELDORF (eb). Forscher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf konnten erstmals nachweisen, dass der körpereigene Eiweißstoff IGF 1R in Eierstockkrebszellen das Medikament Cisplatin unwirksam werden lässt.

Eierstockkrebs (Ovarialtumore) ist die tödlichste unter den bösartigen gynäkologischen Erkrankungen. Etwa 9600 Frauen erkranken jährlich allein in Deutschland an einem Ovarialtumor. Zunächst lässt sich diese Krebsart gut mit dem Wirkstoff Cisplatin beherrschen. Tritt sie nach vermeintlich erfolgreicher Ersttherapie wieder auf, spricht sie jedoch häufig nicht mehr auf das Medikament an. Der exakte Mechanismus, der zu resistenten Krebszellen führt, ist weitgehend unbekannt.

Die Forscher wandten ein neuartiges Verfahren an, das die Entstehung resistenter Zellen in der Patientin im Reagenzglas nachstellt. So gelang es ihnen, die biochemischen Prozesse zu beobachten, die während der Entstehung resistenter Zellen ablaufen. Auf transkriptioneller Ebene und auf Proteinebene konnte eine stetig steigende Menge an IGF 1R in Krebszellen nachgewiesen werden je länger Cisplatin gegeben wurde. IGF 1R löst eine Kaskade von chemischen Reaktionen im Inneren der Zellen aus, die zur Resistenz gegen Cisplatin führen. In einer klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Experimente sich auf die Situation in der Patientin übertragen lassen (Cancer Research 69, 2009, 2996).

Zum Abstract der Originalpublikation "Hyperactivation of the Insulin-like Growth Factor Receptor I Signaling Pathway Is an Essential Event for Cisplatin Resistance of Ovarian Cancer Cells"

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