Ärzte Zeitung online, 23.02.2010

Durchbruch bei der Forschung zu Neuroblastomen

GÖTEBORG (mn). Schwedische Forscher haben eine neuartige DNA-Technologie benutzt, um die verschiedenen genetischen Strukturen von Neuroblastomen aufzudecken. Die Forscher hoffen, so künftig Kinder mit diesem bösartigen Krebs besser behandeln zu können.

Wissenschaftler der Universität Göteborg und des Karolinska Institut in Schweden haben 165 Kinder mit dem bösartigen Tumor untersucht. Die meisten der Kinder erkrankten vor ihrem fünften Lebensjahr und wurden über 20 Jahre von zwei Forscherteams beobachtet.

Neuroblastome entstehen durch Mutationen. Bei einer bestimmten Mutation auf dem Chromosom 11 sind die Tumoren sehr aggressiv und schwierig zu heilen (PNAS 2010, online vorab). Die Wissenschaftler stellten nun fest, dass Kinder mit diesem aggressiven Tumor doppelt so alt sind, wenn der Tumor ausbricht, als Kindern mit einem anderen Typ Neuroblastom.

Der aggressive Neuroblastom-Typ entwickelt sich demnach zwar langsamer. Doch die Therapie ist schwieriger, so Helena Carén, Forscherin der Uni Göteburg.

Die Forscher haben erfolgreich die DNA von Tumorzellen analysiert und Chromosomendefekt gefunden, die es ermöglichen, Untergruppen des aggressiven Neuroblastoms zu erkennen. Der nächste Schritt wird sein, die genetischen Schwachstellen dieses Typs zu identifizieren, um maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln.

Die Wissenschaftler nennen das personalisierte Medizin, da die Behandlungsgrundlage auf dem genetischen Profil des jeweiligen Patienten beziehungsweise der Tumorzellen beruht, so Professor Tommy Martinsson von der Uni Göteborg.

Abstract der Originalstudie: "High-risk neuroblastoma tumors with 11q-deletion display a poor prognostic, chromosome instability phenotype with later onset"

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