Ärzte Zeitung online, 24.02.2010

Krebs-Früherkennung: Was die gesetzlichen Kassen zahlen

BERLIN (dpa). Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen inzwischen die Kosten für sieben Früherkennungsuntersuchungen, um bösartige Tumore rechtzeitig zu entdecken.

Bei den privaten Kassen kommt die Kostenübernahme auf den Vertrag an. Das zahlen die gesetzlichen Kassen:

  • Hautkrebs-Screening: Dabei wird die Haut unter einer hellen Lampe untersucht. Bei einem Verdacht schickt der Arzt Gewebeproben an ein Labor. Das Screening können Männer und Frauen ab 35 alle zwei Jahre in Anspruch nehmen.
  • Test auf Blut im Stuhl: Hier geben Patienten drei Tage hintereinander Stuhlproben beim Arzt ab. Ziel ist es, bei der Untersuchung Blut zu finden, das mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Es kann ein Hinweis auf eine bösartige Veränderung der Darmschleimhaut sein. Zusätzlich ertastet der Arzt den Enddarm. Die Untersuchung können Männer und Frauen zwischen 50 und 55 Jahren einmal im Jahr machen lassen.
  • Darmspiegelung: Dabei wird der Dickdarm mit einem dünnen Schlauch samt Kamera untersucht. Wucherungen, die Krebsvorstufen sein können, kann der Arzt bereits während der Spiegelung entfernen. Die Kontrolle steht Männern und Frauen ab 55 Jahren zweimal zu - im Abstand von mindestens zehn Jahren.
  • Prostata-Untersuchung: Dabei ertastet der Arzt bei Männern die Prostata vom Enddarm aus. Auch das äußere Genital und die umliegenden Lymphknoten werden abgetastet. Die Untersuchung können Männer ab 45 Jahren einmal im Jahr vornehmen lassen.
  • Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs: Dabei werden bei Frauen das äußere Genital, Gebärmuttermund und Gebärmutterhals betrachtet. Zellabstriche werden im Labor auf Krebszellen untersucht. Die Untersuchung können Frauen ab 20 Jahre jedes Jahr machen lassen.
  • Tastuntersuchung der Brust: Dabei ertasten Frauenärzte beide Brüste und die umliegenden Lymphknoten und betrachten die Haut. Frauen steht diese Untersuchung ab 30 Jahren einmal pro Jahr zu
  • Mammografie-Screening: Bei der Röntgenuntersuchung der Brust erkennen Ärzte bereits kleinste Gewebeänderungen, die ein Hinweis auf Krebs sein können. Zu dieser Untersuchung werden alle Frauen von 50 bis 70 Jahren alle zwei Jahre per Brief eingeladen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum Welt-Diabetestag am 14. November zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »