Ärzte Zeitung online, 26.02.2010

Ärzte können viel tun, um Menschen zur Krebsvorsorge zu motivieren

BERLIN (ugr). Die Bereitschaft der Bevölkerung, an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeprogrammen teilzunehmen, ist teilweise immer noch gering: Sie schwankt je nach Untersuchung zwischen 20 und 80 Prozent. Um die Akzeptanz zu verbessern, sind auch Hausärzte gefragt.

Ärzte können viel tun, um Menschen zur Krebsvorsorge zu motivieren

Nur jeder fünfte Erwachsene nimmt nach Angaben von Christa Maar von der Felix Burda Stiftung das Angebot zur Darmkrebsvorsorge wahr. Das Thema werde immer noch tabuisiert; viele nehmen aus Angst vor Entdeckung einer Erkrankung oder aufgrund eines falschen Risikobildes nicht teil. Maar sprach sich bei einem Symposium während des Krebskongresses in Berlin für ein persönliches Einladungsverfahren aus, wie es beim Mammografiescreening üblich ist, um mehr Patienten zur Vorsorge zu bewegen. "Die AOK Rheinland hat ein Anschreiben an ihre Versicherten gerichtet und damit die Koloskopiequote verdoppeln können", erklärte Maar. Sie forderte die Ärzte auf, im persönlichen Gespräch ihre Patienten zur Vorsorge zu motivieren und in ihren Praxen entsprechende Beratungskompetenzen zu schaffen, etwa über Fortbildungen der Helferinnen.

Eva Kalbheim, Pressesprecherin der Deutschen Krebshilfe, machte sich ebenfalls für Vorsorge und Früherkennung stark. "Dadurch können Todesfälle vermieden und oft auch schonendere Behandlungsverfahren angeboten werden." Die Krebshilfe befürworte Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen jedoch nicht pauschal, sondern orientiere sich bei der Beratung an dem persönlichen Risiko einer möglichen Erkrankung. Entscheidende Multiplikatoren, über das Für und Wider von Früherkennung und Prävention aufzuklären, seien die niedergelassenen Ärzte. "Aber auch die Betriebsärzte sind sehr wichtig. Sie erreichen viel häufiger Männer, die oft keinen Hausarzt haben und Vorsorgemuffel sind", sagte Kalbheim.

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