Ärzte Zeitung online, 25.10.2010

Stundenlang scheintot: Französische Patientin wacht plötzlich wieder auf

BORDEAUX (eb). 14 Stunden, nachdem sie für tot erklärt worden war, wachte eine Krebspatientin wieder auf. Ihre ersten Worte: "Ach, was geht es mir gut. Ich habe wundervoll geschlafen."

Stundenlang scheintod: Französische Patientin wacht plötzlich wieder auf

Glück und Schock zugleich für die Angehörigen: Eine Krebspatientin in Frankreich ist 14 Stunden nach der offiziellen Todesfestellung wieder aufgewacht.

© Instantly / fotolia.com

Die 60-jährige Lydia P. war am Montag vergangener Woche zu einer Chemotherapie in eine Klinik in Bordeaux gegangen. Doch kurz nachdem sie die Tabletten eingenommen hatte und die Infusion angestellt worden war, lief sie blau an, fiel ins Koma und wurde kurz später für tot erklärt. Das berichtete der britische "Daily Telegraph".

Einer ihrer drei Söhne erzählte dem Korrespondenten der Zeitung: "Uns wurde gesagt, dass sie gestorben sei." Die Angehörigen wurden gefragt, ob die Beatmungsmaschine abgeschaltet werden sollte. Doch die Söhne konnten sich zunächst nicht dazu durchringen, dafür ihr Einverständnis zu geben.

Die Patientin wurde deshalb in einen anderen Teil der Klinik verlegt. Und dann, 14 Stunden nachdem sie für tot erklärt worden war, wachte die Frau plötzlich auf und sagte zu ihrem fassungslosen Sohn Sébastien: "Ach, was geht es mir gut. Ich habe wundervoll geschlafen."

Der Direktor der Polyklinik Bordeaux Nord, Yves Noël, sagte, es handele sich um eine Art Wunder. Einer der beiden Ärzte, die die Patientin untersucht und ihren Tod festgestellt hätten, sei sehr erfahren. Zudem hätten beide Ärzte auch mit ihren Kollegen Rücksprache genommen.

Eine mögliche Erklärung für die falsche Todesfeststellung könnte sein, dass die Patientin einen epileptischen Anfall gehabt haben könne und "so dem Anschein nach tot war", sagte Noël der Zeitung.

Die Patientin sagte, sie selbst hätte nichts von dem, was passierte, mitbekommen. Ihre Söhne seien diejenigen, die am meisten geschockt seien. Die Angehörigen der Patientin behalten sich rechtliche Schritte gegen die Klinik vor.

Bericht des "Daily Telegraph" online (englisch)

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Dr. Stefan Stern zum Beitrag »
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Die Patientin ist im Koma und wird beatmet.Dann ist sie doch nicht tot?Null-Linie im EEG?14-Stunden?Verstehe den Artikel nicht ganz.Ist ja physiologisch noch mal alles gut gegangen.Sichere Kriterien für die Zukunft?MfG.Sautter zum Beitrag »

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