Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Rauchen verstärkt die Schmerzen Krebskranker

COLLEGE STATION (mal). Krebskranken mag es manchmal besonders schwer fallen: Aber auch ihnen sollte nahegelegt werden, das Rauchen sein zu lassen. Der Verzicht auf Zigaretten zahlt sich wohl dadurch aus, dass sie weniger Schmerzen haben und im Alltag weniger beeinträchtigt sind als andere Krebskranke, die (weiter) rauchen.

Rauchen verstärkt die Schmerzen Krebskranker

Rauchen ist keine gute Idee - vor allem auch nicht für Krebskranke. Denn Rauchen verstärkt Schmerzen bei Krebs.

© Hastra / fotolia.com

In einer Studie hat das Team um Professor Joseph W. Ditre der Texas A&M University in College Station bei 224 Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen vor Beginn der Chemotherapie Daten erhoben. Dokumentiert wurden unter anderem die Ausprägung körperlicher Schmerzen (Skala von 1 = "keine Schmerzen" bis 6 = "sehr starke Schmerzen") und das Ausmaß, in dem durch die Schmerzen die alltäglichen Verrichtungen beeinträchtigt wurden (Skala von 1 = "überhaupt nicht" bis 5 "extrem").

Die Ergebnisse: Der Anteil von Patienten mit stärker ausgeprägten Schmerzen war in der Gruppe der Raucher größer als in der Gruppe der Nichtraucher. Auch machte die Datenanalyse klar, dass Raucher in ihrem Alltag durch Schmerzen stärker beeinträchtigt wurden als Nichtraucher oder Ex-Raucher. Eine weitere Beobachtung: Je länger bei Ex-Rauchern der Rauchstopp zurücklag, desto geringer war die Ausprägung der Schmerzen (Pain 2011, 152 (1): 60).

Obwohl mehr Forschungen nötig seien, um den Zusammenhang zwischen Nikotin und Schmerzen zu verstehen, sollten sich Ärzte intensiv darum bemühen, ihre Krebskranken vom Nutzen eines Rauchstopps zu überzeugen, heißt es in einem Kommentar zur Studie. Vorläufige Erkenntnisse legten nahe, dass ein Rauchstopp das Ansprechen auf eine Therapie bessere und einen positiven Effekt auf die Lebensqualität habe.

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