Ärzte Zeitung, 28.06.2012

Kommentar zu Krebsdiagnosen

Fit für den Arbeitsplatz

Von Peter Leiner

Ehemals Krebskranke brauchen nach Therapie und Rehabilitation die Verwirklichung im Beruf zur Verbesserung der Lebensqualität und zur psychischen Stabilisierung.

Dazu müssen sie durch die Reha-Maßnahmen aber wieder so weit fit sein, dass sie sich der Belastung unbeschadet aussetzen können.

Dass das im ersten Jahr nach Diagnose den meisten Patienten einer aktuellen norwegischen Studie zufolge nicht gelingt, sondern erst mit der Zeit, ist verständlich.

Stutzig machen muss dabei allerdings, dass offenbar soziodemografische wohl mehr als klinische Faktoren bestimmen, wie oft sich die Krebspatienten innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose krankschreiben lassen müssen, weil's einfach nicht mehr geht.

Die Studie sollte Anlass sein, sich mehr als bisher diesen Faktoren zu widmen, um die Arbeitsfähigkeit der ehemals Krebskranken zu optimieren, also zum Beispiel Alleinerziehenden mehr Unterstützung zu bieten, um die Doppelbelastung zu verringern, oder auch bereits zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose stärker als bisher auf Komorbiditäten in der Anamnese zu achten. Die psychische Stabilisierung kann wesentlich dazu beitragen, die Patienten vom Krebs endgültig zu heilen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Krebs: Rückkehr zum Arbeitsplatz mit Hindernissen

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