Ärzte Zeitung, 05.12.2012

Strahlenschutzexperten

Mehr MRT, weniger CT wegen Krebsrisiko

Vor Krebsrisiken durch Röntgenstrahlen wurde bei einer Tagung der Internationalen Atomenergie Organisation gewarnt.

BONN. Einheitliche und klare internationale Standards für die Röntgen-Diagnostik und -Therapie sollen auf einer IAEO-Konferenz in Bonn weiterentwickelt werden.

Rund 700 Experten wollen mit einem Aktionsprogramm die Weichen für möglichst geringe Risiken bei der Nutzung von Röntgenstrahlen stellen.

Die Anwendung von Strahlung müsse gerechtfertigt sein, der Nutzen gegenüber dem Risiko überwiegen, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser bei der Tagung.

Die Risiken müssten insbesondere bei der Früherkennung und bei Kindern mit beachtet werden. "Hier müssen klare Rahmenbedingungen für deren Zulässigkeit formuliert werden."

Möglichst mit geringer Strahlenbelastung

Viele Menschen würden nach wie vor etwa bei der Krebstherapie zu hohen Strahlendosen ausgesetzt, sagte der Konferenzvorsitzende und Strahlenschutzexperte Dr. Wolfgang Weiss.

Dies könne zu Sekundärtumoren führen. Trotz anderer Methoden wie Kernspintomografie (MRT), die ohne Röntgenstrahlen auskommt, gebe es bei der Computertomografie (CT) einen "ungebremsten Anstieg".

Alle diagnostischen Verfahren und Therapien sollten mit einer möglichst geringen Strahlenbelastung erfolgen, betonte Heinen-Esser.

Auch Entwicklungsländern müsse der Zugang mit höchsten Sicherheitsstandards ermöglicht werden. Über die dortigen Verhältnisse lägen bisher fast keine Kenntnisse vor, sagte Weiss. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »