Ärzte Zeitung, 29.04.2013
 

Kommentar zur Studie mit Krebsüberlebenden

Ein Herz für KHK-Risiken

Von Peter Leiner

Es ist wie bei HIV-Infizierten: Auch bei vielen Patienten nach einer Krebserkrankung ist die Gefahr größer, Jahre später an den Folgen kardiovaskulärer Ereignisse zu sterben als etwa an einem Rezidiv.

Umso wichtiger ist es, in der Nachsorge nicht nur vorrangig nach Zeichen eines Wiederaufflammens der Krebserkrankung zu fahnden, sondern die Patienten auch nach KHK-Risikofaktoren abzuklopfen. Ist der Patient vielleicht zu dick? Was macht der Blutdruck? Wie steht es um die Ernährungsgewohnheiten? Gibt es ein Diabetesrisiko?

Aber zum Beispiel bei Darmkrebs wird beim Facharzt vor allem in den ersten fünf Jahren das besondere Augenmerk auf Anamnese und körperliche Untersuchung, Tumormarker, Darmspiegelung, Ultraschall des Bauchraums und die Spiegelung des Mastdarms gelegt. Wenig Raum bleibt da schon rein zeitlich gesehen für anderes.

Die Nachsorgetermine sollten daher Patienten dazu nutzen, ihrem Onkologen oder danach dem Hausarzt wichtige Aspekte über ihre körperliche Verfassung zu erzählen und sich entsprechende Fragen zu überlegen. Und umgekehrt hat der Hausarzt die Gelegenheit, auch die Herzgesundheit des Patienten genauer in Augenschein zu nehmen. Damit vor lauter Krebsdiagnostik die KHK-Risikofaktoren nicht aus den Augen verloren werden.

Lesen Sie dazu auch:
Mehr Prävention nötig: Krebsüberlebende näher am Herzinfarkt

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