Ärzte Zeitung, 03.03.2014

Nachsorge bei Krebs

Ausdauertraining beflügelt die Tumorabwehr

BERLIN. Dass körperliche Aktivität einigen Tumorentitäten vorbeugt, ist wissenschaftlich akzeptiert. Dagegen galt Sport und Bewegung lange als riskant, wenn bereits eine Krebserkrankung vorliegt.

Inzwischen belegen Studien, dass Bewegung den Patienten nicht schadet, sondern sogar den Krankheitsverlauf bremst. Weitgehend ungeklärt war jedoch, wieviel Bewegung günstig ist.

Offensichtlich bringt selbst intensives Training keine Nachteile mit sich, wie eine Studie aus Köln belegt. 30 Probanden zwischen 40 und 67 Jahren nahmen teil: 15 Patienten mit Brust-, Darm- oder Prostatakrebs, deren Therapie mindestens ein Jahr zurück lag, und 15 gesunde Kontrollpersonen.

Die Forscher bereiteten sie auf einen Halbmarathon vor und untersuchten vor und nach dem Lauf deren Immunstatus. Darüber haben sie beim 31. Deutschen Krebskongress in Berlin berichtet, teilen Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und Deutsche Krebshilfe e. V. (DKH) mit.

Wie sich herausstellte, haben Patienten mit guter Fitness mehr Natürliche Killerzellen, um die Krebsabwehr zu verstärken. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass selbst anstrengende Bewegungunter Berücksichtigung des individuellen Hintergrundes - Krebsart, Therapie, allgemeiner Zustand - in der Nachsorge nicht schadet, vielmehr die Gesundheit fördert.

Leistungsfähige und ausdauernde Patientenkönnten so besser gegen das Wiederauftreten ihrer Erkrankung gerüstet sein. In den körpereigenen Abwehrkräften liege viel Potenzial für die Therapie gegen Krebs.

Sport und Bewegung nützten wie ein Medikament, noch dazu ohne Nebenwirkungen, wird Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, in der Mitteilung zitiert. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Von der Party in die Notaufnahme

Nach reichlichem Genuss von Energy-Drinks entwickelt ein junger Patient einen Infarkt. Die Diagnostik zeigt einen überraschenden Befund - und wirft zusätzlich Fragen auf. mehr »

Webbasierter Arzneiplan bindet Pflege ein

Der schnelle Austausch zwischen Ärzten, Pflegern und Apotheken kann die Qualität der Arzneitherapie um 25 Prozent verbessern. Das zeigt das Projekt InTherAKT aus Münster. mehr »

Kleine Blutungen sind kein Grund, die Antikoagulation abzusetzen

Unter oraler Antikoagulation haben Patienten häufig Nasenbluten und andere kleinere Blutungen. Bedenklich sind solche lästigen Zwischenfälle aber nicht, bestätigt eine Registerstudie. mehr »