Ärzte Zeitung, 10.06.2014

Sparsame Kliniken

Nachfrage nach Blutkonserven gesunken

BERLIN. Der Bedarf an Blutspenden geht nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts seit zwei Jahren zurück. 2013 wurden demnach deutlich weniger Blutkonserven benötigt als im Jahr zuvor: Der Wert schrumpfte um knapp fünf Prozent, das sind etwa 217.000 Transfusionen bei insgesamt mehr als vier Millionen.

Als Ursache gilt ein Umdenken in vielen Kliniken: Sie sparen Blut. "Vor allem bei geplanten Eingriffen können Ärzte heute im Vorfeld alternative Maßnahmen ergreifen", sagt Friedrich-Ernst Düppe vom Blutspendedienst West des DRK (Deutsches Rotes Kreuz).

Eine Rolle spiele dabei auch Kostenbewusstsein, heißt es beim privaten Blutspendedienst Haema. Je nach Lage würden bereits kleinere Blutspendeaktionen gestrichen, bei Spenden aus der verbreiteten Blutgruppe Rhesus-Positiv werde "auf die Bremse" getreten, so Düppe.

Blut verfallen zu lassen, sei schließlich unethisch. Nur 42 Tage sind die Konserven haltbar. Spenden mit dem eher seltenen negativen Rhesus-Faktor seien aber nach wie vor knapp. "Der Vorrat reicht zwei bis fünf Tage."

Die Nachfrage werde in Zukunft auch wieder anziehen, sind die DRK-Experten überzeugt. Auf mehr ältere Menschen, die nicht mehr spenden dürfen oder die selbst Transfusionen benötigen, kämen weniger junge Spender. Vor allem in der Gruppe von 25 bis 40 Jahren klaffen demnach Lücken. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »