Ärzte Zeitung, 26.11.2014

Hirntumore

Mit Stereotaxie bessere Heilungschancen

Vor allem Neurochirurgen haben die Stereotaxie entwickelt, um Hirntumoren millimetergenau zu entfernen, ohne das umgebende Gewebe stark zu schädigen.

DÜSSELDORF. Die Stereotaxie wird heute nicht mehr nur bei Hirnmetastasen eingesetzt. "Auch Metastasen am Körperstamm, etwa in der Lunge, können auf diese Weise unblutig entfernt werden", wird Professor Stephanie E. Combs von der Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar in München in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) zitiert.

Die technischen Möglichkeiten hätten sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Zudem hätten die Erkenntnisse in der Tumorbiologie Vorgehensweise und Therapieplanung geschärft. Combs betont: "Metastasierung ist nicht gleich Metastasierung." Bei rasch fortschreitender Fernmetastasierung habe der Patient nicht immer Vorteile von der High-Tech-Strahlentherapie.

Bei einer Oligometastasierung dagegen profitierten die Patienten von einer gezielten Strahlentherapie. Dies belegten unter anderem zwei kürzlich publizierte Arbeiten (Clin Lung Cancer. 2014; 15(5): 346-55; Ann Oncol. 2014; 25(2): 467-71).

Eine Hochpräzisionsstrahlentherapie sei hier für den Patienten sicherer und genauso effektiv wie eine Operation. "Bei einer begrenzten Anzahl von Metastasen kann die Strahlentherapie durchaus zu einem Langzeitüberleben führen", so Combs.

Doch auch hier müssten die Voraussetzungen stimmen. Nach Angaben von Combs benötigt man daher exakte und präzise Informationen über die Größe und Ausbreitung der Metastasen.

Erst wenn diese Informationen belegten, dass die Strahlentherapie eine Erfolgschance habe, könne die Behandlung auch durchgeführt werden. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »