Ärzte Zeitung, 22.09.2016
 

Krebsregister Bremen

Honorar in Sicht?

Bislang floss kein Cent vom Bremer Krebsregister an die meldenden Ärzte an der Weser. Das soll sich jetzt ändern.

BREMEN. Seit Mai 2015 melden die Bremer Ärzte Tumordiagnosen, die im Bundesland Bremen diagnostiziert wurden, an das Bremer Krebsregister. Dafür sollten sie eigentlich vom Register 18 Euro erhalten. Die wiederum werden von der Krankenkasse des Patienten bezahlt.

Neben der Tumordiagnose müssen auch Daten zum weiteren Krankheitsverlauf gemeldet werden, Honorar: 8 Euro. Für Meldungen über eine Krebstherapie sind 5 Euro veranschlagt, für Meldungen der Ergebnisse von Pathologieuntersuchungen 4 Euro, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) mit.

Summe der nicht ausgezahlten Honorare unbekannt

Bislang haben die Ärzte allerdings kein Honorar gesehen. Jetzt heißt es, die ausstehende Vergütung für Meldungen an das Landeskrebsregister Bremen solle voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2016 ausbezahlt werden. Trotz des Zahlungsstaus gebe es keinen Meldeeinbruch, so das Krebsregister.

"Wir sind dankbar, dass die Bremer Ärzte trotz des Zahlungsverzuges nicht aufgehört haben, gewissenhaft zu melden", sagt Dr. Sabine Luttmann von der Auswertungsstelle des Bremer Krebsregisters zur "Ärzte Zeitung". Welche Summe durch nicht ausbezahlte Honorare bisher aufgelaufen ist, konnte allerdings auch Luttmann nicht beziffern.

Zahlungsverzug wegen Abrechnungssoftware

Hauptsächlich sei der Zahlungsverzug durch den Abstimmungsbedarf zwischen den Ländern bezüglich der neuen Abrechnungssoftware begründet, heißt es weiter. "Wir sind dabei, ein gemeinsames System mit Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, dem Saarland, Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz aufzubauen", versichert Luttmann.

Und das würde dauern. Bis das gemeinsame System aufgestellt ist, will Bremen mit einer Zwischenlösung für die schnellere Bezahlung noch in diesem Jahr sorgen.

Bremen halte an einer länderübergreifenden Softwarelösung fest. Die Standesvertretung habe hier keine Einflussmöglichkeit, betonte die KVHB. (cben)

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