Ärzte Zeitung online, 24.01.2017

Paul Ehrlich-Preis

Auszeichnung für Arbeiten zu Tumorviren

FRANKFURT / MAIN. Für ihre Arbeiten zu Tumorviren werden zwei US-Forscher mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis ausgezeichnet. Yuan Chang (57) und Patrick S. Moore (60) erhalten die mit 120.000 Euro dotierte Ehrung am 14. März in der Frankfurter Paulskirche.

Beide arbeiten gemeinsam in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania und sind miteinander verheiratet.

Methoden zur Virenentdeckung

Chang und Moore haben nicht nur zwei Tumorviren entdeckt, begründete der Stiftungsrat seine Entscheidung. Sie hätten auch Methoden entwickelt, mit denen weitere unbekannte Tumorviren gefunden werden können. Weltweit geht jede sechste Krebserkrankung auf eine Virusinfektion zurück.

Mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten "tragen die Preisträger erheblich zur Krebsforschung bei", schreibt der Stiftungsrat in seiner Begründung. Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis ist eine der international angesehensten Auszeichnungen, die in Deutschland auf dem Gebiet der Medizin vergeben werden.

Das Preisgeld wurde in diesem Jahr um 20.000 Euro aufgestockt.

Chang und Moore haben das Humane Herpesvirus 8 (HHV-8) und das Merkelzell-Polyomavirus (MCV) entdeckt. Ersteres verursacht das Kaposi-Sarkom, erkennbar an Flecken und Knoten auf der Haut. Das Merkelzell-Karzinom ist ein seltener Tumor der Haut.

Chang und Moore hätten "auf vielfache Weise gezeigt, dass diese Viren tatsächlich für die Entstehung der beiden Tumorerkrankungen verantwortlich sind".

Nachwuchspreis für Behandlung blinder Mäuse

Der Nachwuchspreis geht nach Dresden. Preisträger Volker Busskamp ist Biotechnologe, Neurowissenschaftler und Stammzellforscher. "Er verknüpft Nervenzellen zu künstlichen Schaltkreisen in der Petrischale und untersucht damit wichtige Aspekte der Informationsverarbeitung des Gehirns", heißt es zur Begründung.

Der 36-Jährige arbeitet am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden. Ihm sei es zuvor bereits gelungen, blinden Mäusen durch eine Gentherapie einen Teil ihrer Sehkraft zurückzugeben.

Das Konzept werde inzwischen klinisch erprobt. "Busskamps Ideenreichtum und sein brillantes technisches Können sind die Basis für diese Erfolge." (dpa)

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