Ärzte Zeitung online, 04.07.2017

Epigenetische Krebstherapie

Neuer Wirkmechanismus entdeckt

HEIDELBERG. Krebsmedikamente, die darauf abzielen, epigenetische Markierungen an Tumorsuppressorgenen zu entfernen, befördern die Exprimierung von potenziell immunogenen Proteinen. Diese Entdeckung lässt die Kombination von immuntherapeutischen und epigenetischen Therapiestrategien aussichtsreich erscheinen, wie Forscher um David Brocks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)in Heidelberg berichten (Nat Genet. 2017;49(7):1052-1060).

Das internationaler Forscherteam hatte die Wirkung von sogenannten DNA-Methyltransferase-Inhibitoren (DNMTI) und Histon-Deacetylase-Inhibitoren (HDACI) näher untersucht. Diese Inhibitoren werden unter anderem beim myelodysplastischen Syndrom oder bei AML eingesetzt. Bislang war man überwiegend davon ausgegangen, dass die Hemmer epigenetische Markierungen entfernen, die dafür sorgen, dass Tumorsuppressorgene nicht abgelesen werden können. Brocks und Kollegen konnten nun zeigen, dass solche Markierungen nicht nur von den Tumorsuppressoren entfernt werden, sondern auch von tausenden versteckten regulatorischen Elementen in der DNA. Diese erlauben dann die Herstellung von immunogenen Proteinen.

"Nun gilt es zu untersuchen, ob sich dieser Effekt gezielt für die Verbesserung der Therapie ausnutzen lässt", so Professor Christoph Plass, Koautor und Leiter der Arbeitsgruppe Epigenomik und Krebsrisikofaktoren, in einer Mitteilung zur Studie. (mmb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Dieses Training hält jung

Forscher haben in einer Studie Trainingsformen identifiziert, die die Zellalterung verlangsamen: Wer sein Leben verlängern will, sollte wohl eher aufs Laufband als in die Muckibude. mehr »

Zoster-Impfempfehlung für Senioren und chronisch Kranke!

Gürtelrose ist weit verbreitet und die Therapiemöglichkeiten gegen die neuropathischen Schmerzen sind begrenzt. Die STIKO rät daher nun zum Impfschutz in Risikogruppen. mehr »

Widerspruchsregelung spaltet Ethikrat

Auch im Deutschen Ethikrat wird über die Organspende kontrovers diskutiert: Manche Mitglieder sehen eine Widerspruchslösung pragmatisch und als zumutbar für die Bürger, andere Probleme mit der Verfassung. mehr »