Ärzte Zeitung online, 12.07.2018

Pankreaskrebs

Wandelbare Tumorzellen verschlechtern die Prognose

MÜNCHEN. Beim Pankreas-Ca befallen Metastasen häufig Leber oder Lunge. Patienten mit Metastasen ausschließlich in der Lunge haben eine bessere Prognose. Welches Organ von den Krebszellen bevorzugt wird, hängt von ihrer Fähigkeit ab, sich und ihr Erscheinungsbild zu verändern. Das fanden Forscher der TUM heraus (Developmental Cell 2018; 45( 6): 696-711).

Entscheidend für die Wandelbarkeit einer Tumorzelle ist ein molekularer "Kleber": das Protein E-Cadherin. Es sitzt auf der Zelloberfläche und ist für Zell-Zell-Kontakte verantwortlich.

Die Forscher entdeckten in einem Mausmodell, dass die Abwesenheit von E-Cadherin dazu führt, dass Tumorzellen aus dem Pankreas-Ca nur in die Lunge streuen, nicht aber in die Leber, teilt die TUM mit. War das Protein vorhanden und funktionsfähig, konnten die Tumorzellen auch in die Leber eindringen.

Grund hierfür ist, laut der Forscher, dass sich die Krebszellen über den engen Zell-Zell-Kontakt durch E-Cadherin im Lebergewebe verankern und so das Organ auch befallen können.

Die Forscher konnten die Anwesenheit von E-Cadherin verändern und somit die Metastasierung in den Tieren steuern. Im Tumor werden diese Mechanismen offenbar über so genannte epigenetische Programme gelenkt, wie das Forschungsteam herausfand.

Hierbei wird unser Erbgut – die DNA – nicht selbst verändert, sondern chemische Faktoren beeinflussen, wie stark oder schwach ein Abschnitt der DNA abgelesen wird. Die Forscher werden künftig untersuchen, ob sich diese epigenetischen Programme hemmen lassen oder als Angriffspunkt für Therapien eignen. (eb)

Topics
Schlagworte
Krebs (10992)
Onkologie (8341)
Organisationen
TU München (536)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »