Ärzte Zeitung, 20.05.2009

Bei Blasenkrebs sind Frauen im Nachteil

GIEßEN / STOCKHOLM (ars). Die relative Fünfjahres-Überlebensrate bei Frauen mit Blasenkrebs entspricht der Überlebensrate von Männern nach einer Krankheitsdauer von zehn Jahren. Grund der Diskrepanz: die verspätete Diagnose.

So leben fünf Jahre nach der Diagnose nur noch 72 Prozent der Frauen, hat Dr. Gerson Lüdecke von der Universität Gießen herausgefunden (Frauenarzt 50, 2009, 150). Die schlechte Rate liegt einer Mitteilung des Unternehmens Matritech zufolge an der mangelhaften Früherkennung: Der Tumor wird bei Frauen im Schnitt sechs bis neun Monate später entdeckt als bei Männern. Wegen ähnlicher Symptome - Hämaturie, Schmerzen, Dysurie und häufiger Harndrang - würden Frauen zunächst oft auf eine Zystitis behandelt.

Mit einem Test auf den Tumormarker NMP22 (NMP22®BladderChek®) lassen sich Harnblasenkarzinome offenbar mit hoher Sicherheit nachweisen. Das geht aus einer Studie mit 219 Patienten hervor, die Dr. Alistair Grey beim Europäischen Urologenkongress in Stockholm vorgestellt hat. 12 der 17 Patienten mit dem Tumor wurden damit identifiziert, bei fünf war der Test falsch negativ. 188 der 202 Patienten ohne Krebs wurden richtig als negativ erkannt. Somit beträgt die Sensitivität der Methode 71 Prozent, die Spezifität 93 Prozent.

Lesen Sie dazu mehr:
Special "Best Agers im Blick"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »