Forschung und Praxis, 11.04.2005

Lungenkrebs - Pro und Contra eines Screenings

Je früher ein Bronchialkarzinom entdeckt wird, desto besser ist die Prognose. Im Stadium I beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) je nach Statistik 60 bis 80 Prozent, im Stadium II 30 bis 40 Prozent und im Stadium IIIA 15 bis 25 Prozent.

Diese Zahlen sprechen, gemeinsam mit der Tatsache, daß das Bronchialkarzinom zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit zählt, für das Bestreben nach einer möglichst frühzeitigen Diagnose. Helfen könnte hier zum Beispiel ein generelles Bronchialkarzinom-Screening.

Theoretisch sind mehrere Verfahren zum Screening geeignet

Nach Ansicht von Dr. Bernd Schmidt von der Charité Berlin gibt es beim Bronchial-Ca keine Alternative zur Früherkennung. Und es gibt keine akzeptable Entschuldigung, nicht an dessen Früherkennung zu arbeiten. Für das Bronchialkarzinom-Screening stehen Verfahren wie Sputumuntersuchungen, Autofluoreszenzbronchoskopie (AFB) und Low-dose-Computertomographie zur Verfügung. Die Untersuchung des Sputums basiert auf dem Nachweis von atypischen Zellen.

Sind diese etwa bei Rauchern verändert, ist die Wahrscheinlichkeit eines Bronchialkarzinoms deutlich erhöht. Mit Hilfe der AFB können in den zentralen Atemwegen nicht-invasive Schleimhautveränderungen wie höhergradige Dysplasien oder Carcinomata in situ mit höherer Sensitivität gefunden werden. Die Low-dose-CT ermöglicht die Detektion von kleinen Herden ab einer Größe von 5 mm. Allerdings, so Schmidt, konnte für die geschilderten Verfahren bisher kein Vorteil hinsichtlich der Prognose gezeigt werden. Weitere Studien seien daher notwendig.

Dieses Argument greifen auch diejenigen auf, die einem Screening-Programm skeptisch gegenüberstehen. Zudem würden Patienten durch das Screening einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt. Ein weiteres Argument: Falsch-positive Befunde würden zu einem Anstieg der Morbidität durch invasive Zusatzuntersuchungen sowie der Kosten führen.(otc)

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