Ärzte Zeitung online, 09.09.2008

Lungenkrebs? In Zukunft wird statt zu röntgen die Atemluft untersucht

LEIPZIG (dpa). Über die Feuchtigkeit in der Atemluft könnte in Zukunft Lungenkrebs im Frühstadium erkannt werden. Forscher der Leipziger Universität und des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie haben eine neuartige Diagnosemöglichkeit entwickelt.

Bestehe der Verdacht auf einen Lungentumor, müssten die Betroffenen nicht mehr geröntgt oder endoskopisch untersucht werden, so Dr. Jörg Lehmann vom Fraunhofer-Institut in Leipzig am Dienstag. Lediglich eine Viertelstunde lang in ein Gerät zu atmen, wäre in Zukunft nötig. Die so gesammelte ausgeatmete Feuchtigkeit könne dann auf bestimmte Eiweißmoleküle untersucht werden, die ein sicheres Anzeichen für Tumore in der Lunge seien.

Die Methode muss nun in klinischen Studien geprüft werden. Die Forscher suchen zudem ein Unternehmen, das gemeinsam mit den Wissenschaftlern einen Testapparat entwickelt. Bis zur Anwendung in der Praxis könnten noch einige Jahre vergehen.

Jährlich erkranken 50 000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs. Es ist die dritthäufigste Krebsart und zugleich eine der tückischsten, weil die Früherkennung sehr schwierig ist. Bisher ist es schwer, im Anfangsstadium zwischen chronisch-entzündlichen und tumorbedingten Beschwerden zu unterscheiden. Je früher aber die Krankheit erkannt und mit der Therapie begonnen wird, desto größer sind die Heilungschancen.

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