Ärzte Zeitung, 03.11.2008

Zwei Arzneien bereichern Therapie bei Bronchial-Ca

STOCKHOLM (ple). Zwei neue Präparate bereichern die Therapie bei nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC): der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab sowie der Rezeptor-Hemmstoff Erlotinib.

Patienten, die in der Ersttherapie zusätzlich zur Kombination Cisplatin/Gemcitabin statt Placebo Bevacizumab (Avastin®) erhalten, leben - je nach Dosierung des Angiogenese-Hemmers - 6,6 oder 6,8 Monate lang ohne Fortschreiten der Erkrankung. Das hat die abschließende Auswertung der AVAIL*Studie mit mehr als 1000 NSCLC-Patienten bestätigt. Bei Patienten mit Placebo sind es nur 6,2 Monate. Das Progressions-Risiko lag im Vergleich zur Placebo-Gruppe bei der niedrigeren Bevacizumab-Dosierung (7,5 mg/kg alle drei Wochen) um 25 Prozent niedriger als in der Placebo-Gruppe, wie Roche Pharma mitteilt.

Erfolgreich bei NSCLC ist auch die Therapie mit Erlotinib (Tarceva®), wie aus aktuellen Daten der TRUST-Studie hervorgeht. In dieser Phase-IV-Studie mit mehr als 7000 Patienten wurde nach Versagen einer Chemotherapie oder bei Chemo-Kontraindikation mit Erlotinib behandelt. Bei fast 70 Prozent der Patienten ließ sich doch noch eine komplette oder partielle Remission oder eine Stabilisierung der Erkrankung erzielen. Komplette Remission bedeutet, dass mindestens vier Wochen lang kein Tumorgewebe mehr nachweisbar ist.

Patienten, die während der Erlotinib-Therapie eine Akne-artige Hautreaktion (Rash) entwickelten, profitierten besonders von der Therapie: Ohne Fortschreiten der Erkrankung lebten diese Patienten noch etwa 18 Wochen. Dieses progressionsfreie Überleben lag bei Patienten ohne Rash dagegen nur bei etwa acht Wochen.

*AVAiL: Avastin in Lung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »