Ärzte Zeitung online, 22.07.2009

Natürliche Strahlung von Radon-Gas kann Risiko für Lungenkrebs erhöhen

WIEN (dpa). Die natürliche Strahlung von Radon-Gas in Wohnhäusern erhöht laut einer UN-Studie nachweislich das Risiko für Lungenkrebs. Normalerweise verteile sich das Gas in der Luft, in Häusern könne es sich aber stauen, berichtete ein Wissenschaftskomitee der Vereinten Nationen am Dienstag in Wien.

Besonders betroffen könnten Bewohner der Nordhalbkugel sein, da sie ihre Fester oft geschlossen hielten. In die Häuser gelange das Gas durch das Fundament, sofern dieses nicht abgeschirmt werde.

"Radon ist ein typisches Risiko für die Gesundheit, das niemand akzeptieren oder wahrhaben möchte", sagte Wolfgang Weiss, Leiter des zuständigen Fachbereichs beim deutschen Bundesamt für Strahlenschutz. Er ist auch stellvertretender Leiter des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR).

Leicht erhöht sei das Risiko besonders bei Rauchern, die ohnehin schon ein höheres Lungenkrebsrisiko hätten, sagte Weiss. Auf Grundlage des Berichtes seien die Weltgesundheitsorganisation und andere Organisationen dabei, ihre Empfehlungen für maximale Strahlungsdosen zu überarbeiten, sagte der Experte.

Für die Studie hatte die in Wien ansässige UNSCEAR Daten von mehr als 20 Studien aus Europa, den USA und China ausgewertet, für die zehntausende Krebspatienten untersucht worden waren. Verschiedene Gesundheits-Organisationen in Deutschland und den USA hatten bereits vor Jahren gewarnt, dass Radon die zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs ist - nach dem Rauchen. Das Gas entsteht beim Zerfallsprozess von Uran, das überall im Erdboden vorhanden ist.

Der UN-Bericht wurde bereits 2006 fertiggestellt, nach Angaben der Vereinten Nationen konnte er wegen finanzieller Probleme aber erst jetzt veröffentlicht werden.

Informationen zu Radon vom Bundesamt für Strahlenschutz

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