Ärzte Zeitung online, 03.09.2009

Asbest-Gefahr: Hamburg prüft weitere Schulen

HAMBURG (dpa). Nach der Sperrung von mehr als 100 Hamburger Sporthallen wegen Asbest-Gefahr prüft die Schulbehörde derzeit, ob weitere Gebäude belastet sein könnten. Die Untersuchung der Luft in den Turnhallen wird nach Angaben der Schulbehörde voraussichtlich noch bis zu den Herbstferien Mitte Oktober dauern. In der Hansestadt gibt es rund 450 Sporthallen an Schulen.

Die Behörden hatten sich am Mittwoch zur vorsorglichen Schließung von 106 Gebäuden entschlossen, nachdem in der Halle einer Schule eine hohe Belastung der Luft mit Asbestfasern festgestellt worden war. Der Grenzwert war fast um das Doppelte überschritten.

Stichwort: Asbest

Wegen seiner Feuer- und Säurebeständigkeit galt Asbest in den 60er und 70er Jahren als Wunderfaser. Verwendung fand der weit verbreitete Stoff vor allem in der Bau- und in der Autoindustrie. Das Mineral wurde unter anderem zu Dachplatten, Fassadenverkleidungen, Bremsbelägen und Wasserrohren verarbeitet. Auch in älteren Haushaltsgeräten wie Elektrospeicheröfen, Toastern und Haartrocknern kann Asbest enthalten sein. Ende der 80er Jahre gerieten asbesthaltige Materialien wegen zahlreicher Todesfälle in Verruf.

Durch Bearbeitung und Zerstörung asbesthaltiger Produkte, aber auch durch klimatische Einflüsse, Alterung und Zerfall kann Asbeststaub an die Atemluft abgegeben werden. Werden Asbestfasern eingeatmet, kann das zu einer chronischen Entzündung in der Lunge und zu Krebs führen. In der Theorie kann bereits eine einzige Faser ausreichen, um Krebs zu erzeugen. Das Risiko steigt, je länger und intensiver man den Fasern ausgesetzt ist. Wer mit Asbest in Kontakt kommt, hat nach rund zehn Jahren ein erhöhtes Risiko, an Asbestose zu erkranken. Eine geringe Menge eingeatmeter Fasern kann noch nach 30 Jahren Krebs auslösen.

Da der Stoff fast universell eingesetzt wurde, wird es noch dauern, bis alle Gefahrenquellen beseitigt sind. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war bekannt, dass das Einatmen von Asbeststaub krank macht. Die Asbestose ist in Deutschland seit 1936 als Berufskrankheit anerkannt.

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