Ärzte Zeitung online, 18.09.2008
 

DGGG empfiehlt HPV-Test für Primärscreening des Zervix-Ca

NEU-ISENBURG (eb). Frauen ab 30 Jahren sollten als Teil der Vorsorgeuntersuchung des Zervixkarzinoms routinemäßig auch auf eine HPV-Infektion getestet werden. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in ihren neuen S2-Leitlinien zur "Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion des weiblichen Genitals".

Der HPV-Test sollte in Kombination mit der zytologischen Untersuchung erfolgen. Zudem empfiehlt die Gesellschaft die von Qiagen entwickelte Hybrid Captur®2 (hc2) Technologie (digene® HPV Test). Dieser ist derzeit der einzige Test, der von der FDA zugelassen und in Europa im Markt ist.

"Mit den aktualisierten Leitlinien tragen wir den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahre Rechnung. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Kombination aus Zytologie und HPV-Test signifikant sensitiver ist als Zytologie alleine. Die Kombination bietet damit mehr Sicherheit bei der Identifizierung von Frauen, die das Risiko haben, an einem Zervixkarzinom zu erkranken", so Klaus Friese, Vorsitzender des Leitlinien-Gremiums und Professor für Gynäkologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

In Deutschland erstatten die meisten privaten Krankenversicherungen den Test als Ergänzung zum zytologischen Primärscreening. Experten hoffen, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen den HPV-Test erstatten werden.

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