Ärzte Zeitung online, 18.09.2011

Roboter-Vergleich: Chirurgen sind billiger

Zwei Verfahren bei Hysterektomie verglichen / Roboter verursacht Mehrkosten

MAILAND (hub). Die roboter-gestützte Hysterektomie ist dem laparoskopischen Verfahren nicht überlegen. Und: Die Kosten beim Einsatz der Roboter sind deutlich höher.

Roboter dem Chirurgen nicht überlegen

Roboter-gestütztes Operieren, hier an der Prostata: Bei der Entfernung der Gebärmutter schafft der technische Helfer offenbar kaum Vorteile.

© Mathias Ernert / Uniklinik Heidelberg

In den USA hat die roboter-gestützte Entfernung der Gebärmutter das laparoskopische Verfahren zahlenmäßig überrundet. Erfolgte 2008 knapp jede zweite Op (46 Prozent) per Roboter, waren es im Jahr 2010 bereits 61 Prozent der Eingriffe.

Das teilt die Europäische Gesellschaft für gynäkologische Onkologie mit. Vor allem in großen Kliniken komme der Roboter zum Zuge. Die Wahrscheinlichkeit für diese Art des Eingriffes liege dann um den Faktor drei höher als im Mittel.

Die Qualität beider Verfahren sei dabei ähnlich: Die perioperative Mortalität mit Laparoskopie lag in einer Studie bei 9,8 Prozent, roboter-gestützt bei 8,1 Prozent - ein nicht signifikanter Unterschied.

Über 1000 Euro mehr je Eingriff

Auch bei der Häufigkeit intraoperativer Verletzungen, dem Bedarf an Bluttransfusionen oder der Verweildauer im Krankenhaus habe es keine signifikanten Differenzen gegeben.

Deutliche Unterschiede allerdings gab es bei den Kosten: Durch den Einsatz eines Roboters kommen in den USA 16 Prozent Mehrkosten auf jede Hysterektomie. In absoluter Zahl ausgedrückt, sind das umgerechnet 1160 Euro zusätzlicher Kosten pro Eingriff.

Neue Methoden sollten vor einer umfassenden Übernahme in den Klinikalltag hinsichtlich ihrer Effektivität verglichen werden, so die Gesellschaft.

Für die Studie wurden Daten von 2464 Patientinnen ausgewertet. 1027 (42 Prozent) hatten sich einem laparoskopischen Eingriff unterzogen, 1437 (58 Prozent) einem roboter-gestützten.

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