Ärzte Zeitung online, 25.07.2013

Zervix-Ca

Fortschritt in der Behandlung

Die Angiogeneseinhibition mit Bevacizumab kann das Überleben von Frauen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom verlängern.

Von Annemarie Musch

CHICAGO. Die zusätzliche Gabe von Bevacizumab führte in der Phase-III-Studie GOG 240 bei Patientinnen mit rezidiviertem bzw. persistierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie zu einer signifikanten Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um fast vier Monate (Tewari KS et al. ASCO 2013; #3).

Das ist "klinisch bedeutsam", sagte Professor Krishnansu S. Tewari vom UC Irvine Health Ovarian Cancer Center in Orange, CA/USA, bei der ASCO-Tagung in Chicago.

Professor Gottfried E. Konecny, David Geffen School of Medicine, Santa Monica, CA/USA, Diskutant der Stuide, sprach von einer wichtigen Verbesserung, die die klinische Praxis verändern werde, hatte doch in den letzten 25 Jahren trotz verschiedenster Ansätze zur Optimierung der Standardtherapie kein Fortschritt erzielt werden können.

Zugabe von Bevacizumab zur Chemotherapie

In der GOG 240-Studie wurden zwei verschiedene Ansätze mit der bisherigen Standardtherapie bei rezidiviertem und metastasiertem Zervixkarzinom, der Chemotherapie mit Cisplatin/Paclitaxel, verglichen: eine platinfreie Chemotherapie mit Topotecan/Paclitaxel und jeweils die Zugabe des Angiogeneseinhibitors Bevacizumab zur Chemotherapie.

Dazu wurden 452 Patientinnen mit fortgeschrittenem (Stadium IVB) oder rezidiviertem bzw. persistierendem Zervix-Ca, die in der Rezidivsituation noch keine Chemotherapie erhalten hatten, im Verhältnis 1:1:1:1 in vier Studienarme randomisiert: zwei Studienarme mit alleiniger Chemotherapie mit Cisplatin/Paclitaxel oder Topotecan/Paclitaxel sowie zwei Studienarme mit zusätzlicher Gabe von Bevacizumab zu Cisplatin/Paclitaxel oder Topotecan/Paclitaxel.

Lebensqualität der Patienten nicht beeinträchtigt

Die platinfreie Chemotherapie erwies sich beim primären Studienendpunkt Gesamtüberleben im Vergleich zum Standard als nicht überlegen (Tewari KS et al., SGO Annual Meeting in Women's Cancer 2013: #1).

Mit der zusätzlichen Gabe von Bevacizumab zur Chemotherapie hingegen wurde der primäre Studienendpunkt erreicht: Beim Gesamtüberleben zeigte sich im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie mit Cisplatin bzw. Topotecan plus Paclitaxel eine signifikante Risikoreduktion (median 17,0 Monate versus 13,3 Monate; Hazard Ratio 0,71; p=0,0035).

Die Risikoreduktion unter der zusätzlichen Gabe von Bevacizumab zeigte sich unabhängig vom eingesetzten Chemotherapieregime.

Bezüglich der Sicherheit und Verträglichkeit hob Tewari hervor, dass unter der zusätzlichen Gabe von Bevacizumab zwar eine Zunahme unerwünschter Ereignisse zu beobachten war, die Lebensqualität der Patienten dadurch aber nicht beeinträchtigt wurde. Die unerwünschten Ereignisse waren laut Konecny handhabbar und klassenspezifisch.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »