Ärzte Zeitung, 04.05.2005

Mit Imiquimod-Creme heilt heller Hautkrebs narbenfrei ab

Behandlung für Patienten mit kleinen oberflächlichen Basalzellkarzinomen zugelassen / Anwendung über insgesamt sechs Wochen

Patient mit einem Basaliom an der linken Schläfe vor der Behandlung mit einer Imiquimod-Creme. Fotos (3): Stockfleth

Derselbe Patient während der Imiquimod-Therapie. Die Rötung der Haut ist Zeichen der erfolgreichen Heilung.

Nach zehn Wochen Imiquimod-Therapie ist der semimaligne Hauttumor an der Schläfe abgeheilt.

DRESDEN (grue). Viele Patienten mit hellem Hautkrebs können erfolgreich mit Imiquimod-Creme behandelt werden. Die Hautläsionen heilen innerhalb weniger Wochen schmerz- und narbenfrei ab. Bisher ist die Anwendung auf kleine oberflächliche Tumoren begrenzt.

Der Immunmodulator Imiquimod (Aldara® 5% Creme) ist zur Behandlung von Patienten mit kleinen oberflächlichen Basalzellkarzinomen zugelassen.

Der Wirkstoff fördert den programmierten Zelltod von Tumorzellen und stimuliert das Immunsystem, wie Professor Axel Hauschild von der Universitätshautklinik Kiel bei einer Veranstaltung des Unternehmens 3M Medica beim Dermatologen-Kongreß in Dresden gesagt hat. Der veränderte Hautbereich wird fünfmal wöchentlich für insgesamt sechs Wochen eingecremt.

"Die behandelte Haut rötet sich und bildet Krusten, was den beginnenden Heilvorgang markiert", so Hauschild. In der Zulassungsstudie mit 724 Patienten waren drei Monate nach Therapieende 82 Prozent der Läsionen narbenfrei abgeheilt. "Der gute Therapieerfolg wurde histologisch bestätigt", so der Dermatologe.

In einer anderen, noch laufenden Studie wird bei Patienten die Rezidivrate nach erfolgreicher Imiquimod-Therapie ermittelt. Nach jetzt zwölf Monaten sind bei 136 von 147 Patienten keine neuen Hauttumoren aufgetreten. Die Nachbeobachtung soll noch für weitere vier Jahre fortgesetzt werden.

Mit Blick auf die bereits vorliegenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten handele es sich um eine sehr effektive und schonende Therapie bei Patienten mit Basalzellkarzinom, sagte Hauschild. Besonders bei multiplen Tumoren und im sichtbaren Hautbereich sei die Creme eine Alternative zur Operation.

Als Ausnahme gelten noduläre Veränderungen, die zumindest im Gesicht wegen ihres eher invasiven Wachstums chirurgisch entfernt werden müssen. Bei oberflächlichen Tumoren wirke die topische Behandlung aber sehr gut, und zwar offenbar auch bei Tumoren mit einem Durchmesser von mehr als sechs Zentimetern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »