Ärzte Zeitung, 28.02.2008

Hoffnung auf medikamentösen Fortschritt gegen Hautkrebs

Pegyliertes Interferon bei Patienten mit Mikrometastasen oder großen Tumoren

BERLIN (gvg). Für Patienten mit einem Melanom könnten bald neue medikamentöse Therapien zur Verfügung stehen. Pegyliertes Interferon-alfa dürfte demnächst die adjuvante Therapie bereichern. Und auch im fortgeschrittenen Stadium gibt es Hoffnungsträger.

 Hoffnung auf medikamentösen Fortschritt gegen Hautkrebs

Melanom der Haut. Therapie-Studien sind auch mit Multikinase-Hemmern geplant.

Foto: Med. Uni Graz

"Wir erwarten, dass pegyliertes Interferon (Peg-Interferon) in den USA in den kommenden Monaten von der US-Behörde FDA beim Melanom zugelassen wird", sagte Professor Axel Hauschild vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel auf dem Deutschen Krebskongress. Die immunmodulierende Substanz, die besser verträglich ist als unverändertes Interferon-alfa, sei vor allem für Patienten gedacht, die bei einer Sentinel-Lymphknotenbiopsie Mi-krometastasen aufwiesen. Das ist im späten Stadium IIIA der Fall.

"In Frage für die adjuvante Peg-Interferon-Behandlung kommen aber auch Patienten mit bereits tastbaren Lymphknotenmetastasen und Risikopatienten mit hoher Tumordicke", so Hauschild. Insgesamt gehe es um etwa 20 bis 30 Prozent aller wegen eines Melanoms operierten Patienten. Die Rezidivquote durch die adjuvante Therapie kann hier Studien zufolge über fünf Jahren um etwa 15 Prozent reduziert werden.

Bei Patienten mit einem Melanom im fortgeschrittenen Stadium dürften Multikinase-Hemmer in Zukunft eine größere Bedeutung erlangen. "Ende des Jahres startet aller Wahrscheinlichkeit nach eine Phase-III-Studie, in der die Kombination aus Carboplatin und Paclitaxel mit und ohne Zugabe von Sorafenib untersucht wird", sagte Hauschild.

Für Aufregung sorgen derzeit auch erste Berichte über Antikörper gegen den Rezeptor CTLA-4, mit denen die T-Zellen beeinflusst werden. "Es scheint bei einigen Patienten zu kompletten und lang anhaltenden Remissionen zu kommen", so Hauschild. Drei wichtige Studien sollen auf dem Kongress der US-Krebsgesellschaft ASCO im Frühsommer präsentiert werden. Dann könnte sich zeigen, ob hier sogar ein neues Zeitalter beim metastasierten Melanom eingeläutet wird.

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