Ärzte Zeitung online, 29.08.2008

Schützen ACE-Hemmer und Sartane vor Hautkrebs?

PROVIDENCE (ob). Bestimmte Antihypertensiva scheinen vor Hauttumoren zu schützen. US-Forscher berichten über Beobachtungen, wonach ältere Patienten, die mit ACE-Hemmern oder AT1-Rezeptorblockern behandelt wurden, seltener Basaliome und Plattenepithelkarzinome (Spinaliome) entwickelten.

Basis dieser Analyse bildeten die Daten von 1051 US-Veteranen, die aufgrund eines deutlich erhöhten Risikos für Keratinozyten-Tumoren für eine prospektive Studie (VATTC-Trial) rekrutiert worden waren. Primäres Ziel dieser Studie war, den möglichen Effekt einer topischen Tretinoin-Behandlung auf die Inzidenz dieser Hauttumoren zu untersuchen.

Bei der aktuellen Analyse ging es um die Frage, ob auch die Art der antihypertensiven Therapie bei diesen Risikopatienten Bezug zur Tumorentwicklung hatte. Im Fokus standen dabei ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker (Sartane). Der Grund: Diese Substanzen blockieren die Wirkung von Angiotensin II, das - tierexperimentell belegt - als Wachstumsfaktor die Tumorgenese fördern kann.

Im Verlauf von 3,4 Jahren wurden 427 Basaliome und 309 Spinaliome neu diagnostiziert. Im Vergleich zu Patienten, die keine ACE-Hemmer oder Sartane erhalten hatten (n = 519), hatte mit diesen Arzneien behandelte Patienten (n = 532) eine signifikant um 39 Prozent niedrigere Rate an Basaliom-Erkrankungen. Bei Plattenepithelkarzinomen war die Erkrankungsrate um 33 Prozent niedriger.

Bei Kombination beider Tumortypen betrug die absolute Inzidenz 237 versus 372 Erkrankungen pro 1000 Patientenjahre. Am stärksten war die Risikoreduktion bei denjenigen Patienten, bei denen die Therapie mit ACE-Hemmernm oder Sartanen erst während der Studie begonnen worden war, berichten Dr. Jennifer Christian und ihre Kollegen im "Journal of the National Cancer Institute" (100, 2008, 1223). Für drei weitere Antihypertensiva-Klassen (Kalziumantagonisten, Betablocker, Diuretika) fand sich keine Assoziation mit einer entsprechenden Risikoreduktion bei den beiden Hauttumoren.

Ob hinter der bei Risikopatienten festgestellten Assoziation von ACE-Hemmer/Sartan-Therapie und erniedrigtem Hauttumor-Risiko ein kausaler Zusammenhang steckt, muss nun in weiteren Studien geklärt werden.

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