Ärzte Zeitung online, 30.09.2009

Studie: Immer mehr junge Menschen haben Hautkrebs

MÜNCHEN (dpa). An Hautkrebs erkranken immer mehr jüngere Menschen. Darauf hat der Dermatologe Professor Michael Landthaler von der Universität Regensburg am Dienstag in München hingewiesen. "Der Hautkrebs nimmt deutlich zu, und die Patienten werden immer jünger", sagte Landthaler unter Berufung auf eine neue Studie.

"Heute sind 30-Jährige mit einem Basalzellkarzinom keine Seltenheit." Außer dem Basalzellkarzinom, einer speziellen Hautkrebsvariante, nehme auch der sogenannte weiße Hautkrebs zu. Der Hautarzt Professor Wilhelm Stolz vom Klinikum München-Schwabing forderte deshalb eine niedrigere Altersgrenze für Vorsorgeuntersuchungen. Die Krankenkassen zahlen derzeit vom 35. Lebensjahr an alle zwei Jahre Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchungen.

Die beiden Dermatologen stützen sich auf eine jetzt fertiggestellte Studie mit mehr als 100 000 Menschen in Bayern, die sie im Auftrag der bayerischen Betriebskrankenkassen (BKK) in den Jahren 2005 und 2006 durchgeführt hatten. Dabei wurden Patienten vom 13. Lebensjahr an untersucht. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 39,8 Jahre.

"Wir hätten ein Viertel der Melanome nicht frühzeitig erkannt, wenn nur Patienten ab 35 Jahren untersucht worden wären", sagte Stolz und unterstrich damit die Forderung nach einer Altersabsenkung bei der Kassenleistung. "An keinem anderen Organ ist die Früherkennung so leicht möglich wie bei der Haut."

Lesen Sie dazu auch:
Hautkrebs-Screening ab 20 - das macht für Krankenkassen Sinn

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