Ärzte Zeitung online, 30.12.2010
 

Metastasierung beim malignen Melanom beginnt früher als gedacht

Das maligne Melanom gilt als die bösartigste Form von Hautkrebs. Es tritt bei Männern am häufigsten am Rücken, bei Frauen bevorzugt an den Unterschenkeln auf.

München (sto). In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 14 000 Menschen, darunter circa 8 000 Frauen und etwa 6 000 Männer. Besonders oft betroffen sind Menschen im mittleren Lebensalter zwischen 45 und 60 Jahren.

Trotz fehlender Beschwerden und einer relativ geringen Größe können maligne Melanome bereits frühzeitig Metastasen in Lymphknoten sowie anderen Organen bilden. Entscheidend für die Prognose ist deshalb bekanntlich eine möglichst frühzeitige Entfernung des Tumors.

Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse, wonach die Metastasierung beim malignen Melanom wesentlich früher als bisher gedacht beginnt. Auch beim Melanom sei die Metastasierung "ein früher und kein später Prozess", berichtete der Dermatoonkologe Professor Alexander Enk von der Universität Heidelberg. Demnach diseminieren alle Tumoren, die jenseits von in-situ-Melanomen liegen, frühzeitig Tumorzellen ins Gewebe.

"Mikrometastasen schlafen zum Teil über Jahrzehnte im Gewebe und unterliegen dort einer dichten T-Zell-Kontrolle", sagte Enk bei der 22. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München. Die T-Zellen seien offenbar ganz entscheidend dafür, dass nicht sofort und spontan Mikrometastasen auftreten. Depletiere man die T-Zellen, komme es zum Auftreten von Makrometastasen und der Tumor erwache.

Wie genau das Erwachen des Tumors erfolgt, müsse jetzt allerdings noch erforscht werden, erklärte Enk.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »