Ärzte Zeitung, 12.06.2012

Kommentar

Mehr Kampagnen gegen Hautkrebs!

Von Peter Leiner

In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 220.000 Menschen an Hautkrebs, etwa 26.000 an einem Melanom. Auch wenn das weniger Neuerkrankungen sind als noch vor einigen Jahren, ist das noch viel zu viel.

Präventionskampagnen können wesentlich dazu beitragen, dass die Inzidenz sinkt, wie das Beispiel Australien jetzt klar zeigt. Dort verringerte sich die Neuerkrankungsrate in der vergangenen Dekade bei Männern und Frauen in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen um 1 bis 2 Prozent.

In dem Land gibt es aber auch seit den 1960er Jahren eine TV-Kampagne, die bereits so sehr in den Köpfen der Menschen steckt wie hierzulande die Kampagne gegen Aids "Mach's mit!" oder "Gib Aids keine Chance". Das zeigt Wirkung.

Auch wenn es in Deutschland Plakataktionen wie "Ihr Kind kann nicht aus seiner Haut" und "Ihr bester Schutzfaktor" gibt, so reichen sie noch lange nicht an die Popularität der Kampagnen gegen Aids heran. Das muss sich ändern, wenn die Hautkrebsinzidenz nicht wieder steigen soll.

Etwa 3000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen eines Melanoms. Sich nur auf erfolgreiche Screeningprogramme wie in Schleswig-Holstein zu verlassen ist nicht der richtige Weg und kann fatal sein.

Lesen Sie dazu auch:
Kampagnen drängen Hautkrebs zurück

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »