Ärzte Zeitung online, 21.01.2014

Deutsche Krebshilfe

Ratgeber zum Krebsrisiko in Solarien

Wer sich in einem Solarium bräunen will, sollte genau wissen, worauf er sich einlässt. Informationen zu Mindestanforderungen bietet der Ratgeber "Ins rechte Licht gerückt. Krebsrisikofaktor Solarium" der Deutschen Krebshilfe.

BONN. "Bei kaum einer anderen Krebsart ist ein einzelner Risikofaktor so eindeutig für das Krebsentstehen verantwortlich wie beim Hautkrebs - und gleichzeitig so leicht vermeidbar: UV-Strahlen, besonders künstliche aus Solarien", betont Professor Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP).

Deutschlandweit ist Hautkrebs inzwischen die häufigste Krebsart, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Krebshilfe. Etwa 234.000 Menschen erkranken derzeit jährlich bundesweit neu an einem Tumor der Haut, 28.000 davon am malignen Melanom. Zunehmend wird dieser auch bei jungen Erwachsenen diagnostiziert.

Experten machen häufige Solarienbesuche für diesen Trend verantwortlich. Sich entspannen, gebräunt aussehen, für den Urlaub vorbräunen und die Sehnsucht nach Licht und Wärme: Dies sind laut SUN-STUDY 2012 die wichtigsten Motive, warum fast fünf Millionen Bundesbürger insbesondere in der trüben Jahreszeit Solarien aufsuchen.

"Mit unserem Präventionsratgeber möchten wir Solariennutzer über die gesundheitlichen Gefahren künstlicher UV-Strahlen informieren", sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Der Präventionsratgeber erklärt ausführlich die Wirkung ultravioletter Strahlen, er gibt Tipps, den eigenen Hauttyp zu bestimmen und bietet denjenigen, die partout nicht auf künstliche Bräune verzichten wollen, einen Solariencheck an.

Dieser listet gesetzliche Mindestanforderungen an Sonnenstudios und das Solariengerät auf, die unbedingt erfüllt sein müssen. Dazu gehört zum Beispiel die Beratung durch Fachpersonal.

Die Checkliste basiert auf der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UV-Schutz-Verordnung, UVSV), die seit 2012 gilt. (eb)

Den Präventionsratgeber "Ins rechte Licht gerückt. Krebsrisikofaktor Solarium" gibt es kostenfrei bei: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn. Außerdem kann die Broschüre im Internet unter www.krebshilfe.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »