Ärzte Zeitung, 15.04.2015

Bei hellem Hautkrebs

Erhöhte Gefahr für künftige Tumoren

Wer an hellem Hautkrebs erkrankt, schwebt in erhöhter Gefahr, in den Folgejahren erneut einen Hauttumor zu entwickeln. Die Risiken sind allerdings unterschiedlich verteilt.

Von Robert Bublak

Erhöhte Gefahr für künftige Tumoren

Das Basalzellkarzinom ist in Mitteleuropa der häufigste bösartige Hauttumor.

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

SAN FRANCISCO. Patienten, bei denen schon einmal ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom der Haut diagnostiziert und therapiert wurde, gelten als Risikokandidaten für künftige weitere Hauttumoren.

Wie häufig und zu welchem Zeitpunkt diese Folgekarzinome auftreten, haben US-Forscher um den Dermatologen Mackenzie Wehner von der University of California in San Francisco untersucht (JAMA Dermatol 2015; 151: 382-388).

An ihrer Studie waren 1284 immunkompetente Patienten beteiligt, bei denen zwischen Januar 1999 und Dezember 2000 heller Hautkrebs festgestellt worden war und die anschließend im Mittel 5,7 und im Maximum 12,3 Jahre nachbeobachtet wurden.

Hauptlokalisation Kopf-Hals-Bereich

71,9 Prozent der Patienten wiesen ein Basalzellkarzinom, 23,1 Prozent ein Plattenepithelkarzinom und 5,1 Prozent beide Tumorarten auf. Hauptlokalisation war der Kopf-Hals-Bereich (62,2 Prozent). Für 49,2 Prozent der Betroffenen war es nicht die erste Diagnose von hellem Hautkrebs.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit einer Erstdiagnose von hellem Hautkrebs nach einem Jahr erneut erkrankt waren, lag bei 14,5 Prozent.

 Nach drei Jahren lag der Anteil bei 31,1 Prozent und nach fünf Jahren bei 40,7 Prozent. Nach zehn Jahren hatten 59,6 Prozent der Patienten ein weiteres Hautkarzinom entwickelt.

Für Patienten, die früher schon einmal an hellem Hautkrebs erkrankt waren, lagen diese Anteile deutlich höher: Nach einem Jahr hatten 43,9 Prozent erneut hellen Hautkrebs, nach drei Jahren 71,1 Prozent, nach fünf Jahren 82 Prozent und nach zehn Jahren 91,2 Prozent. Die Aufschlüsselung nach dem Tumortyp - Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom - ergab ähnliche Resultate.

Risikofaktor männliches Geschlecht

Zu den Hauptrisikofaktoren, nach dem ersten Hautkrebs an einem zweiten oder nach einem Folgekarzinom an einem weiteren zu erkranken, zählten männliches Geschlecht und die Diagnose eines Plattenepithelkarzinoms in der Vorgeschichte. Das Risiko stieg dadurch um 26 bis 35 Prozent.

Patienten mit Erstdiagnose, die nach zwei Jahren noch tumorfrei waren, hatten im Jahr darauf ein Risiko für einen weiteren hellen Hautkrebs von 10,4 Prozent und für die folgenden zwei Jahre von 18 Prozent.

War nach vier Jahren noch kein Zweitkarzinom aufgetreten, betrug die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis im ersten Folgejahr 5,9 und für die zwei folgenden Jahre 10,8 Prozent.

"Patienten mit einer Erstdiagnose eines Basalzell- oder Plattenepithelkarzinoms profitieren womöglich am meisten von einer Präventionsberatung", schreiben Wehner und Kollegen.

Wer zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine Erkrankung an hellem Hautkrebs in der Anamnese stehen hat, dem sei vermutlich mit einem aggressiven und häufigeren Screening auf Folgetumoren am besten gedient.

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