Ärzte Zeitung, 17.03.2004

KOMMENTAR

Darmkrebs als Gesprächsthema

Von Marlinde Lehmann

Über Darmkrebs muß mehr gesprochen werden! Denn das könnte mehr Menschen als bisher dazu bringen, die Möglichkeiten der Früherkennung dieses Karzinoms zu nutzen.

Nur eine Folge des Darüber-Redens könnte nämlich sein, daß bei der Familienanamnese Darmkrebs zuverlässiger angegeben und Personen mit erhöhtem Krebsrisiko sicherer erkannt werden. Daß hier noch viele gefährdete Personen durch das Diagnostik-Netz fallen, bestätigen jetzt britische Kollegen, die anamnestische Angaben zu Darmkrebs bei Verwandten mit den Daten eines Krebsregisters verglichen haben.

Eine andere Folge des Darüber-Redens könnte - und wird hoffentlich - sein, daß bei mehr Patienten als bisher, denen aufgrund eines positiven Tests auf okkultes Blut im Stuhl oder einer positiven Familienanamnese eine Koloskopie empfohlen wird, diese auch gemacht wird. Die Daten hierzu sind nämlich noch mehr als ernüchternd: In einer aktuellen Vorsorgeaktion der BASF in Ludwigshafen sind von 688 Personen, denen eine Koloskopie empfohlen worden war, nur 323, also nur etwa die Hälfte, so auch untersucht worden (wir berichteten).

Das sollte Anlaß zum Nachdenken geben - und zum Reden und Aufklären über Darmkrebs!

Lesen Sie dazu auch:
Auf die Familienanamnese zu Darmkrebs ist oft nicht Verlaß

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