Ärzte Zeitung, 08.09.2004

Neuer Stuhltest zum Nachweis von Kolorektal-Ca

GIESSEN (ple). Patienten mit kolorektalen Tumoren haben signifikant erhöhte Werte des Markers "Tumor-M2-PK" im Stuhl als Menschen ohne diesen Krebs. Der Marker, ein Enzym, läßt sich einfach mit einem Immunoassay nachweisen und kommt auch - allerdings weniger deutlich erhöht - im Blutplasma der Patienten vor.

Die erste umfangreiche Studie zum Nachweis des Enzyms im Stuhl ist jetzt veröffenticht worden. 60 Patienten und 144 Kontrollpersonen haben an der Studie teilgenommen (Br J Cancer 91/5, 2004, 980). Die Studie wurde unter anderem an der Universität Gießen vorgenommen. Gemessen wurde die Konzentration des Markers im Stuhl. Der Marker ist ein Isoenzym der Pyruvatkinase, die als Dimer im wesentlichen in Tumorzellen vorkommt. Zur Messung dieses Enzyms wurde der Enzym-Immunoassay des Unternehmens ScheBo® Biotech verwendet.

Wie die Wissenschaftler um Dr. Philip D. Hardt von der Universitätsklinik berichten, hat der Test eine Gesamt-Sensitivität von 73 Prozent und eine Gesamt-Spezifität von 78 Prozent, und zwar bei einem positiven Grenzwert von 4 Einheiten pro Milliliter. Die Spannbreite reicht von 57 Prozent im Stadium T1 der TNM-Klassifikation, in dem der Tumor die Submukosa infiltriert, bis 78 Prozent im Stadium T4, in dem der Tumor direkt in andere Organe infiltriert. Im Stadium Dukes D - also im letzten Stadium, in dem bereits Fernmetastasen auftreten - liegt die Sensitivität des Tests bei 90 Prozent.

Bei allen Patienten wurde eine Koloskopie und eine histologische Untersuchung zur Bestätigung oder zum Ausschluß eines Tumors vorgenommen. Die Ergebnisse sollen nun in einer größeren Querschnittsstudie überprüft werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »