Ärzte Zeitung, 02.09.2005

Gute Noten für Oxaliplatin bei der Darmkrebs-Therapie

Besonders Patienten im späten Tumorstadium profitieren / 72 Prozent der Patienten leben noch nach im Mittel 38 Monaten

BERLIN (dru). Der Schutz vor Rezidiven nach Darmresektion ist Ziel der adjuvanten Chemotherapie bei Patienten mit kolorektalem Karzinom.

Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Kombinationstherapie aus 5-Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure (FOLFOX 4-Protokoll) mit Oxaliplatin und Irinotecan ist in zwei großen Studien bestätigt worden, die auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt worden sind.

Bei Patienten mit metastasierten Tumoren ist die Applikation von Oxaliplatin (Eloxatin®) und Irinotecan, jeweils mit 5-FU, der ausschließlichen Therapie mit 5-FU signifikant überlegen, was das progressionsfreie Überleben und die Tumorrückbildung betrifft. Das hat Dr. Dirk Arnold von der Universität Halle-Wittenberg auf einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis in Berlin berichtet.

Die MOSAIC-Studie (Multicenter International Study of Oxaliplatin / 5-FU / FS in the Adjuvant Treatment of Colon Cancer) konnte in der adjuvanten Situation den Nutzen von Oxaliplatin belegen. Im Oxaliplatin-Arm lebten nach im Mittel 38 Monaten noch 78 Prozent der Patienten rezidivfrei, in der Vergleichsgruppe waren es hingegen 73 Prozent. Bei Patienten im Tumorstadium III ist der Unterschied mit 72 versus 65 Prozent sogar noch deutlicher.

Auf der ASCO-Tagung wurden die Ergebnisse dieser Studie nach einem Follow-up von nun vier Jahren vorgestellt. Der Schutz vor Rezidiven spiegelt sich in einem Überlebensvorteil wider: Bislang sind im Oxaliplatin-Arm 3,2 Prozent weniger Patienten gestorben, wie Arnold berichtet hat.

Außer dem FOLFOX-Protokoll mit Infusionen hat eine zweite große US-Studie ergeben, daß der Vorteil der Oxaliplatin-Kombination offenbar unabhängig von der Art der Verabreichung von 5-FU ist. Die Kombination von Oxaliplatin mit 5-FU als Bolus, also ohne Pumpe und Portsystem, schützte im Vergleich zur ausschließlichen Applikation von 5-FU ähnlich gut vor Rezidiven (21 versus 23 Prozent Risikoreduktion).

Eine Alternative ist die Verabreichung von 5-FU oral in Form von Capecitabin. Erste Untersuchungen hätten ergeben, daß die Kombinationstherapie mit Capecitabin und Oxaliplatin in der adjuvanten Therapie ein sehr günstiges Toxizitätsprofil hat - weniger Stomatitiden und Neutropenien, sagte Arnold.

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