Forschung und Praxis, 01.08.2005

Neuer Test deckt Darmkrebs frühzeitig auf

Mit einem neuen Screening-Test, der den Tumormarker Tumor-M2-PK enthält, lassen sich kolorektale Karzinome und dysplastische Polypen schon früh anhand von Stuhlproben nachweisen. Mehrere Studien haben eine hohe Sensitivität und Spezifität des auf immunologischer Basis funktionierenden Tests ergeben.

Bei dem Test (Schebo® Tumor M2-PK) hat man sich zunutze gemacht, daß Krebszellen Dimere (M2) eines Isoenzyms der Pyrovat-Kinase (PK) exprimieren. Dieses Enzym des Glukosestoffwechsels liegt in gesunden Zellen dagegen als Tetramer vor. Der Test enthält zwei monoklonale Antikörper gegen M2-PK.

In Orlando haben Professor Hans-Ulrich Klör aus Gießen und seine Kollegen Ergebnisse einer Studie mit 338 Patienten vorgestellt, die sie koloskopiert haben. Außerdem wurde der Tumor-M2-PK in Stuhlproben bestimmt. Bei der Koloskopie fand sich bei 147 Patienten ein Karzinom.

Diese Patienten wiesen signifikant höhere Tumor-M2-PK-Spiegel auf (im Mittel 49,6 U / ml) als die übrigen 191 Patienten ohne Karzinom (im Mittel 3,5 U / ml). Zudem waren die Spiegel um so höher, je fortgeschrittener das Tumorstadium war.

Aus dieser Studie ergibt sich eine Spezifität des Stuhltests von 79 Prozent und eine Sensitivität von 80 Prozent. Damit sei dieser Test wesentlich sensitiver als die üblichen Stuhltests (30 Prozent Sensitivität), die okkultes Blut im Stuhl nachweisen, sagen die Forscher. (mar)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Konzept der E-Patientenakte steht

Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »